Gruppe „Nordadler“ versuchte Waffen und Sprengstoff zu besorgen, um Anschläge durchzuführen. Ein Beschuldigter ist bereits wegen islamistischen Anschlagsplänen im vergangenen Jahr verurteilt worden.

Erneut hat es gestern in mehreren Bundesländern Hausdurchsuchungen gegen faschistische Strukturen gegeben. Sie richteten sich gegen vier Verdächtige in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Thüringen.

Laut Bundesanwaltschaft sollen sich die Verdächtigen spätestens zu Beginn des Jahres 2017 unter dem Namen „Nordadler“ als rechtsterroristische Gruppe zusammengetan haben. Seit Januar führt die Bundesanwaltschaft ein Verfahren wegen des Verdachts der Gründung einer terroristischen Vereinigung (§129a StGB) gegen die Gruppe.

Laut Medienberichten soll die Gruppe bereits versucht haben, sich Waffen, Munition und Materialien zum Bau von Brand- und Sprengvorrichtungen zu beschaffen. Die Beschuldigten sollen damit geplant haben, Anschläge auf politische Gegner durchzuführen.

Bereits im vergangenen Jahr soll einer der Beklagten wegen der Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor Gericht gestanden haben. Dabei soll es sich laut Göttinger Tageblatt um den 22jährigen Wladislav S. handeln. Er soll dem damaligen Hauptangeklagten Islamisten Sascha L. geholfen haben, einen Sprengstoffanschlag gegen Polizisten oder Bundeswehrsoldaten vorzubereiten und in dessen Plan bestärkt haben.

Bereits in dem vergangenen Prozess zeigte sich Wladislav S. als überzeugter Nationalsozialist und Antisemit. Sein Antisemitismus soll hier auch die Schnittmenge mit dem Islamismus sein. Laut der damals federführenden Generalstaatsanwaltschaft Celle soll S. alle deutschen und US-amerikanischen Polizisten und Soldaten als „Judendiener“ ansehen.