Kinder müssen Tod eines Kameraden in Militäruniform nachspielen

Kleine Jungs in Militäruniform und mit türkischer Fahne vor der Brust – daneben kniende junge Frauen, die kochen und Mütter und Verlobte symbolisieren sollen. Gemeinsam trauern sie um einen gefallenen Soldaten. Solche „Theaterstücke“ mussten Kinder bereits mehrfach in deutschen DITIB-Moscheen nachspielen.

Zuletzt wurden solche Auftritte aus Herford und Mönchengladbach bekannt. Auch in Österreich kam es zu ähnlichen Vorfällen. Dabei seien auch jeweils die Imame der Moscheen beteiligt gewesen.

In den vergangenen Monaten waren immer wieder Propagandavideos von DITIB-Moscheen auf Facebook-Seiten aufgetaucht, die den türkischen Angriffskrieg auf die kurdischen Gebiete in Afrin anpriesen. Zu sehen sind dort Szenen, die mit Sätzen untermalt sind wie: „Gott helfe, dass der Schuss sein Ziel trifft. Oh Gott, töte für einen Gefallenen tausend Feinde.“ Solche Kriegspropaganda hatten auch die Moscheegemeinden Frankfurt-Höchst, Stadtallendorf, Bad Nauheim, Offenbach und Limburg gezeigt.

Die DITIB ist ein bundesweiter Dachverband der türkisch-islamischen Moscheegemeinden und umfasst nach eigenen Angaben über 900 Moscheen. Diese Union ist dem türkischen „Diyanet“ (Präsidium für Religionsangelegenheiten) unterstellt, einer Art Ministerium des türkischen Staates. Das Diyanet ist wiederum direkt dem türkischen Ministerpräsidenten untergeben. Die Moscheen des Landes und die dort tätigen Imame sind als Beamte weisungsgebunden. Somit untersteht die politische Linie der DITIB direkt dem türkischen Präsidenten Erdogan.

Dennoch ist die DITIB anerkannte Gesprächspartnerin unter anderem deutscher Landesregierungen beim islamischen Schulunterricht, z.B. in Hessen. In diesem Zusammenhang werden auch Staatsgelder direkt an die DITIB überwiesen. Zuletzt kam es darüber hinaus zu Vorwürfen gegen die DITIB, im Auftrage der Türkei in Deutschland Anhänger des islamisch-fundamentalistischen Predigers Gülen auszuspionieren, der erklärter Rivale Erdogans ist.