Erfolgreicher Arbeitskampf zeigt, dass hohe Lohnzuwächse möglich sind

Wenn allein die Möglichkeit des Streiks den Unternehmern Furcht einflößt: In Tschechien haben Skoda-MitarbeiterInnen 12% mehr Lohn erstritten – ohne zu streiken. Die Gewerkschaft „Kovo“ hatte ursprünglich 14% mehr gefordert, will aber das Angebot der VW-Tochter annehmen. Eine Zustimmung der Basis gilt als sicher. Der Vertragsabschluss gilt rückwirkend ab Anfang April.

Das Ergebnis war in Verhandlungen zustande gekommen, in denen die Unternehmer zuerst 8, dann 10 und schließlich 12% anboten – um einen Streik abzuwenden. Im Vergleich dazu sind die Lohnabschlüsse in Deutschland in diesem Jahr sehr bescheiden geblieben. So hatte die IG-Metall für die Metall- und Elektro-Industrie gerade mal 4,3 Prozent mehr Lohn ab April 2018 bei einer Laufzeit des Tarifvertrags über 27 Monate erreicht.

Skoda beschäftigt in Tschechien rund 32.000 Menschen und ist der Hauptexporteur des rund 10 Millionen EinwohnerInnen umfassenden Landes.
Mit über 800 Unternehmen und mehr als 150.000 Beschäftigten gehört die tschechische Automobilindustrie zur führenden industriellen Sparte. Sie macht 20 % sowohl der gesamten tschechischen Fertigungsindustrie als auch
des Exportvolumens aus.