Auch Staat soll Profit mit „Öl des 21. Jahrhunderts“ machen.

Dass Großkonzerne unsere Daten sammeln, um damit Geld zu machen, weiß jede/r. Weil das Geschäft mit unseren Daten so profitabel ist, will dort in Zukunft der größte Datensammler einsteigen – der Staat. So hat der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds vorgeschlagen, dass Kommunen die Daten, die sie von den BürgerInnen haben, verkaufen sollen.

„Auch die Städte und Gemeinden müssen sich noch mehr klar machen, dass Daten das Öl des 21. Jahrhunderts sind und sich damit wichtige Einnahmen erzielen lassen“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Rheinischen Post. Um dies umzusetzen sollten private Unternehmen Zugriff auf die Daten der Kommunen bekommen und dafür bezahlen – laut Landsberg nur anonymisiert. Einnahmen sollten den Bürgern zugute kommen. Welche Daten betroffen sein könnten, sagte er nicht.

Dabei ist wahrscheinlich, dass solche Einnahmen vielmehr bei den Großbanken landen werden – als Schuldentilgung. Denn Deutschlands Kommunen sind massiv verschuldet.

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass der ehemalige Staatskonzern Deutsche Post massenhaft Daten an CDU und FDP zu Wahlkampf-Zwecken verkauft hatte. Auch bei Facebook wurden Milliarden Daten gesammelt – unter anderem, um die Menschen bei der US-Wahl zu manipulieren.