EU-Komission plant Reduzierung von Plastikmüll

Am Wochenende wurde bekannt, dass die EU-Kommission Pläne zur Bekämpfung von Plastikmüll erarbeitet. Demnach soll in naher Zukunft in allen Ländern der EU der Verkauf von beispielsweise Einwegbechern und -besteck, Strohhalmen, Wattestäbchen oder Ballon-Haltern verboten werden. Dies wurde nun zu Wochenbeginn bestätigt.

Die Kommission reagiert damit auch auf die immer größer werdende Vermüllung der Ozeane durch Plastikmüll. 80 Prozent des Abfalls den Meeren sei Plastik. Allein in der EU entstehen jährlich 26 Millionen Tonnen Plastikmüll. Nur ungefähr 30% davon werden wiederverwertet. Der Rest landet nicht nur auf den Mülldeponien, sondern in Mengen auch in unseren Meere. Hier schwimmen mittlerweile wohl mindestens 150 Millionen Tonnen. Durch die Meeresströmungen bilden sich riesige, schwimmende Plastik-Inseln. Die größte davon erreicht gar die Größe des europäischen Kontinents.

Plastik ist ein Kunststoff, der nicht verrottet. Ist er einmal in den Meeren, dann bleibt er dort und zerfällt lediglich in immer kleinere Partikel. Auch wenn das sogenannte Mikroplastik für das menschliche Auge nicht mehr zu sehen ist, richtet es gemeinsam mit den großen Plastikteilen weiteren großen Schaden an. So sterben beispielsweise Wale, weil sie an einem mit Plastik überfüllten Magen verhungern. Robben verheddern sich in alten Fischernetzen und werden durch sie erwürgt. Viele der dem Plastik beigemischten Zusatzstoffe sind zudem giftig und belasten somit die Umwelt darüber hinaus. Über die Fischerei landet das Mikroplastik sogar anschließend wieder bei uns Menschen auf dem Teller.

UmweltschützerInnen warnen bereits lange vor den Folgen der zunehmenden Vermüllung durch Plastik. Die Politik und die Industrie haben aber sehr lange die Augen verschlossen und tun dies immer noch. Greenpeace etwa kritisiert die aktuellen Pläne als nicht weitgehend genug, da vor allem keine konkreten Reduktionsziele formuliert worden seien.

Bis die geplanten Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, dürften wohl noch einige Jahre verstreichen. Bis jetzt handelt es sich um noch nichts weiter als einen Gesetzesvorschlag der EU-Kommission.

Die Produktion von und mit Plastik ist billig und die Verpackung der Waren als Teil der Werbung ein wichtiges Instrument im Konkurrenzkampf der Unternehmen. Gleichzeitig wird – in einem auf stetigem Wirtschaftswachstum pochenden Gesellschaftssystem – eine verschwenderische, leichtfertige und auf den schnellen Konsum ausgerichtete Einstellung der Menschen gegenüber den Gebrauchsgütern kultiviert. Gemessen am Umgang der Regierung mit den Diesel-Abgas-Affären der letzten Zeit oder mit einem Glyphosat-Verbot scheint Skepsis gegenüber einer angeblich wirkungsvollen Politik gegen Plastikproduktion angezeigt.