Mehrere tausend MitarbeiterInnen sollen entlassen werden. Jede/r zehnte MitarbeiterIn könnte bald auf der Straße stehen.

Seit Monaten gibt es Gerüchte über große Entlassungspläne bei der Deutschen Bank – nun sind sie bestätigt worden. Kurz vor der heutigen Jahreshauptversammlung erhärtete die Konzernzentrale die Gerüchte um den geplanten massiven Stellenabbau. Die Zahl der MitarbeiterInnen soll von heute 97.000 auf „deutlich unter 90.000“ sinken, so heißt es aus Vorstandskreisen. Damit steht rund jeder zehnte Job auf der Kippe.

Mit dem massiven Stellenabbau sollen auch verschiedene Umbauten im Konzern einhergehen. So will sich die Bank, die in den letzten drei Jahren keine Gewinne erzielen konnte, ihre Aktionsfelder neu ordnen. Vor allem die Bereiche Aktienhandel und Investmentbanking sollen massiv zurück gefahren werden, hier fallen auch die meisten Stellen weg.

Man wolle sich wieder auf den nationalen Markt konzentrieren und hier Marktanteile zurückgewinnen. Dabei soll auch die Postbank in den nächsten Monaten vollkommen in die Deutsche Bank integriert werden und in dieser aufgehen. Auch bei ihr soll es zu weiteren Sparmaßnahmen kommen. So sollen bis Ende des Jahres rund 100 der 1.000 Postbankfilialen schließen. Außerdem könnten durch die Einverleibung der Postbank weitere 6.000 Stellen im Privatkundengeschäft auf der Kippe stehen. Weitere 188 der 723 Deutsche Bank-Filialen sollen ebenfalls geschlossen werden.

Die Deutsche Bank muss möglichst schnell ihre Kosten reduzieren, um wieder mehr Profit machen zu können. Im vergangenen Jahr musste die Bank durchschnittlich 90 Cent ausgeben, um einen Euro zu verdienen. Das waren laut Boerse.ARD.de rund 11 Cent mehr als noch 2015. In den vergangenen 11 Jahren hat außerdem der Aktienkurs der Deutschen Dank rund 90 Prozent seines Werts verloren, davon allein seit Jahresbeginn etwa 30 Prozent.

Für die Zukunft will die Deutsche Bank insbesondere ihr Privat- und Firmenkundengeschäft wie auch die Vermögensverwaltung stärken und so neue Gewinne erwirtschaften.