Indischer Bundesstaat kauft deutschen Hubschrauber für Operationen gegen KommunistInnen – ein Kommentar von Elias Schuster

Es ist nicht neu, dass Deutschland bekannt ist für seine Waffenexporte überall in die Welt. Bereits zu Beginn des Jahres hat die Bundesregierung am Beispiel von Afrin wieder eindrücklich bewiesen, dass es in diesem Land kein Problem ist, Waffen an die Feinde der Menschheit zu liefern, solange sich damit Profit erwirtschaften lässt.

Wie die indische Tageszeitung The Hitavada berichtet, plant die Regierung des indischen Bundesstaats Maharashtra schon seit Langem den Kauf eines Hubschraubers, den sie im Kampf gegen die so genannten „Naxaliten“ einzusetzen gedenkt. Dieser Plan soll jetzt in die Wirklichkeit umgesetzt und ein Airbus H145-Hubschrauber aus den deutschen Werken in Donauwörth gekauft werden. Neben der deutschen Luftwaffe wird der von Airbus gebaute Hubschrauber auch in den Armeen der USA, Serbiens und Thailands eingesetzt. Nun soll Indien folgen.

Als Naxaliten werden mehrere militante, kommunistische Organisationen bezeichnet, die sich in einer bewaffneten Auseinandersetzung mit dem indischen Staat befinden. Die wohl bedeutendste unter ihnen ist die „Kommunistische Partei Indiens (maoistisch)“/ CPI(Maoist), die in einigen Distrikten große Unterstützung durch weite Teile der armen Bevölkerung genießt. Benannt ist diese Bewegung nach dem Ort Naxalbari, wo es im Jahr 1967 einen Bauernaufstand gegen die Großgrundbesitzer gab. Auch heute richtet sich die Arbeit der indischen KommunistInnen weiterhin gegen die herrschenden Großgrundbesitzer, das hinduistische Kastensystem und internationale Monopole, die massiven Raubbau an der Natur und Bevölkerung betreiben.

Der Hubschrauber soll in Nagpur stationiert werden und von dort aus Funktionäre und Einsatzmannschaften transportieren sowie verletzte Polizeikräfte evakuieren. Konkret bedeutet das, dass aus Deutschland die Infrastruktur zur Bekämpfung von FreiheitskämpferInnen nach Indien geliefert wird. Seit Jahren wird die Zusammenarbeit der deutschen Waffenindustrie mit Indien immer weiter ausgebaut.

Mit groß angelegten Militäroperationen versucht der indische Staat – gestützt von den USA – die kommunistischen Guerillas zu vernichten, die gegen diesen unterdrückerischen Staat und das tyrannische, patriarchale Kastensystem kämpfen.

Mal wieder zeigt sich: Der deutsche Imperialismus profitiert aktiv vom Leid der Menschen und unterstützt die Unterdrücker, wo er nur kann. Unsere Aufgabe ist es, dagegen Widerstand zu leisten, deutsche Waffenexporte – so gut wir können – zu bekämpfen und all jene, die international für die Freiheit kämpfen, solidarisch zu unterstützen.