In einem Votum stimmten über 65% dafür, Frauen den Zugang zu Abtreibungen zu ermöglichen

Bisher hatten Frauen in Irland keinen legalen (und damit keinen sicheren) Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen. Nun war ein Votum veranlasst worden, um eine Verfassungsänderung herbeizuführen – und 66,4 Prozent der Abstimmenden befürworteten die Gesetzesänderung.

„Pro Life“-Bewegung spricht von „traurigem Tag für Irland“

Der Gesetzesvorschlag sieht vor, dass Abtreibungen bis zur 12. Schwangerschaftswoche straffrei bleiben und danach aus medizinischen Gründen möglich sind. Die gegnerische „Pro-Life“-Kampagne setzte sich davor deutlich gegen das Recht der Frauen ein, selbst über einen Schwangerschaftsabbruch zu entscheiden.

Interessant ist die Beobachtung, dass im eigentlich katholisch geprägten Irland der Einfluss der Kirche auf diese Frage nur gering war. Sie war beispielsweise noch mit dafür verantwortlich, dass 1982 das „Recht auf Leben des Ungeborenen“ in die Verfassung aufgenommen wurde.

Die Situation bisher?

Tausende Frauen reisten ins Umland, seit das Gesetz in Kraft trat, um dort eine Abtreibung durchführen zu können. Da sowohl die Reise als auch ein medizinischer Eingriff im Ausland mit erheblichen Kosten verbunden sind, blieb diese Option den finanziell Starken vorbehalten. Populär ist der Fall der „Miss Y“ geworden, der eine Abtreibung verwehrt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war die junge Frau suizidgefährdet, sie trat daraufhin in einen Hungerstreik. Das Kind wurde mit einem erzwungenen Kaiserschnitt entbunden.