Das „Digital Forensic Research Lab“ des „Atlantic Council“ berät Facebook nun, wie es „die Demokratie“ verteidigen kann


Facebook steht in den USA wegen russischer Einflussnahme auf den US-Wahlkampf unter Druck – und bekommt nun auch offiziell einen Aufpasser. So ist der globale Konzern eine Kooperation mit dem „Digital Forensic Research Lab“ des NATO-nahen „Atlantic Council“ eingegangen. Ziel sei es „Desinformation und andere Schwachstellen bei Wahlen auf der ganzen Welt unabhängig zu überwachen“ und „die weltweit größte Gemeinschaft bei ihren Bemühungen zur Stärkung der Demokratie zu unterstützen“.

Der „American Council“ ist eine einflussreiche Denkfabrik und Netzwerk-Organisation, die dem westlichen Militärbündnis NATO und der US-Führung nahe steht.
Sie formuliert strategische Gedanken zur Entwicklung der Hegemonie der USA und des Westens. Unter anderem veröffentlichte sie eine Broschüre, in der der ehemalige deutsche Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) und Sarah Wagenknecht (Linke) als Einflussagenten Russlands dargestellt wurden.

Auch organisiert der Council Verbindungen zwischen einflussreichen Persönlichkeiten der USA und Europa. So arrangierte er zum Beispiel am Rande des NATO-Gipfels in Wales den „Gipfel der zukünftigen Führer“, damit sich Spitzenpersonal der NATO besser kennen lernen könnte.

Nun geht Facebook eine Kooperation mit der Digital-Abteilung des American Council ein, um „Echtzeit-Einblicke und Updates zu neuen Bedrohungen und Desinformationskampagnen auf der ganzen Welt zu erhalten“. Die Partnerschaft solle sicherstellen, „dass Facebook eine positive Rolle bei allen Wahlen rund um die Welt spielt.”

Eine NATO-nahe Denkfabrik scheint dafür geeignet. Sie sieht sich „verpflichtet, Desinformation wo und wann sie existiert zu identifizieren, zu entlarven und zu erklären.“. Dabei sind gerade von NATO-Staaten immer wieder Lügen genutzt worden, um Kriege zu legitimieren – beispielsweise zu Beginn des Irak-Kriegs 2003.