Minimale Sicherheitsvorkehrungen fehlen

Auch wenn die Deutsche Bank die größte Bank Deutschlands ist –  sie soll ihren Kapitalbedarf nicht richtig einschätzen und planen können. Das stellte die US-Notenbank „Federal Reserve“ in einem „Stresstest“ fest, an dem auch die US-Tochter der Deutschen Bank teilnehmen musste. Dort fiel sie durch den zweiten Teil des Tests im Bereich der „internen Kontrollen“ und des „Risikomanagements“ durch. Es ist bereits das dritte Mal nach 2015 und 2016, dass sie nicht bestand.

Der Test offenbare „erhebliche Schwächen“ und „weit verbreitete und wesentliche Unzulänglichkeiten“ bei der Kapitalplanung. David Hendler, Gründer der New Yorker Beratungsfirma „Viola Risk Advisors“, sprach davon, dass die Bank nicht einmal die minimalsten Sicherheitsvorkehrungen habe:  „Das ist schon erstaunlich“. Dies wirkt sich auch auf den Aktienkurs der Deutschen Bank aus. In den vergangenen Tagen sank die Notierung an der Börse zeitweise unter die Marke von neun Euro. Dies ist der niedrigste Stand seit den 80er Jahren.

Auch die großen US-Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley wurden in den Tests gerüffelt, bestanden jedoch – genauso wie die anderen 34 untersuchten Institute – die Tests.  Die Ergebnisse von „Stresstests“ sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. So geht Markus Krall, der bei der Unternehmensberatung „Goetzpartners“ für den Bereich Risikomanagement verantwortlich ist, davon aus, dass Stresstests geschönt werden und die Krisenhaftigkeit des Bankensystems weitaus tiefergehend sei.