In einem offenen Brief von VertreterInnen katholischer und evangelischer Kirchen und von gesellschaftlichen Organisationen an die Führungsspitze der Bayerischen CSU wird deren politischer Kurs scharf kritisiert (Link).

Die CSU müsse im Sinne gesellschaftlicher Solidarität arbeiten und an einem sozialen Zusammenhalt interessiert sein. Der aktuelle Kurs müsse korrigiert werden, um Ausgrenzung zu vermeiden und die Humanität nicht an den eigenen nationalen Grenzen zu beenden. Die Landesregierung und das Land selbst müssten daran interessiert sein, dass sich Bayern in eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Region entwickeln könne, so heißt es in dem offenen Brief.

InitiatorInnen bemängeln die Realpolitik der CSU

Initiatoren des offenen Briefes sind der katholische Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose, die Juristin Beatrice von Weizsäcker und der Jesuit und Sozialwissenschaftler Jörg Alt. Alt bemängelt in einem Interview mit dem Domradio, dass der bayerische Ministerpräsident zwar sage, dass er im Sinne der Kirche und des Christentums handele, dies aber im direkten Widerspruch zur Rhetorik und dem konkreten Handeln der bayerischen Politik stehe.

Der offene Brief an die CSU-Spitze fordert, dass es keine Abschiebungen in Krisengebiete geben dürfe und der Kampf gegen Armut an oberster Stelle stehen müsse. Für einen christlich denkenden Menschen seien solche Grundsätze eindeutig. Bloßen Wahlversprechen dürfe nicht umstandslos geglaubt werden, sodass der Brief nicht nur an die Parteispitze, sondern auch an die Wählerschaft gerichtet sei.

CSU ist keine christliche Partei

Die CSU verfolge mit ihrer Taktik, am gesellschaftlich rechten und rassistischen Rand zu fischen, die Politik der „einfachen Antworten“, könne aber dadurch keine Zukunftsperspektive aufzeigen. Solange die Forderungen aus dem offenen Brief nicht in Gänze erfüllt seien, solange könne sich die CSU nicht „christlich-sozial“ nennen. Konkret fordert Jörg Alt, dass die CSU keine Symbolpolitik wie den Kreuzerlass verfolgen dürfe (Link), sondern dass konkret tagespolitische Entscheidungen auf der Grundlage von christlichen Werten im Sinne des Evangeliums getroffen werden müssten.