Am 7. Juni hat die Europäische Kommission die Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto durch den deutschen Chemiekonzern Bayer genehmigt. Der Rest ist nun Formsache. 

Mit der 63 Milliarden US-Dollar-schweren Übernahme wird Bayer zum größten Chemiekonzern der Welt und kontrolliert gemeinsam mit Syngenta, DUPONT, DOW und BASF über 75% des Agrarmarkts und mehr als 60% des weltweiten Saatgut-Marktes.  Die Übernahme steht bereits seit Mai 2016 zur Verhandlung und wurde seitdem von vielen Protesten weltweit begleitet.

Wer ist Bayer?

Bayer ist ein global operierender Chemiekonzern, der besonders in der Agrarchemie und der Pharmaindustrie einer der fünf marktführenden (und seit der Übernahme von Monsanto der Größte in der Agrar- und Saatgutindustrie) ist.
Geschichtlich gesehen entstand Bayer aus seinem Vorgänger IG-Farben, einem Chemiekonzern, der sich aus einem Zusammenschluss der größten Chemiekonzerne Deutschlands 1925 gründete.
IG-Farben stellte damals in der Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten das Nervengas „Zyklon B“ her, mit dem Millionen von Juden in den Konzentrationslagern der Nazis vergast wurden. Heute ist Bayer besonders für die Kopfschmerztablette „Aspirin“ und für umweltschädliche Pestizide bekannt.

Wer ist Monsanto?

Monsanto wurde 1901 als Chemiekonzern in den USA gegründet und ist heute der unbeliebteste Konzern der Welt.
Im Juni 2013 gingen allein in den USA 2 Millionen Menschen auf die Straße, um gegen Monsanto zu demonstrieren.
Bekannt geworden ist Monsanto insbesondere durch „Agent Orange“, das im Vietnam- und Korea-Krieg von der US-Armee eingesetzt wurde. Agent Orange sorgte für hunderttausende Tote im Krieg und hat zudem in den betroffenen Regionen bis heute Nachwirkungen bei Mensch und Natur – so liegen die Todeszahlen wohl weit höher.

Welche Kritik haben die Gegner ?

Neben der Geschichte der beiden Konzerne kritisieren gerade viele kleine Bauern den Zusammenschluss von Bayer und Monsanto. Die Befürchtung ist, dass Bayer nach dem Zusammenschluss, als Marktführer, die kleinen Bauern zum Kauf ihrer Produkte zwingt. Dies tut der Konzern bereits heute in Asien und Südamerika. Die Bauern, die Saatgut von Bayer kaufen, müssen es jedes Jahr neu erwerben, da es von Bayer so manipuliert wurde, dass es kein zweites Mal keimt. Damit werden die Bauern in die Abhängigkeit von Bayer getrieben.

Umweltschützer und große NGOs wie die „Coordination gegen Bayer Gefahren“ (Coalition against BAYER-Dangers, CBG) und „Greenpeace“ kritisieren zudem die Verwendung von Pestiziden wie „Glyphosat“. Es beeinträchtigt nicht nur die Gesundheit der Menschen, die in der Nähe von Feldern leben, auf denen Glyphosat eingesetzt wird, sondern auch die Gesundheit aller Menschen, die mit Glyphosat verseuchte Lebensmittel zu sich nehmen.

Auch das anhaltende Bienensterben soll auf Glyphosat zurückzuführen sein, was für unsere Umwelt verheerende Folgen haben wird: So sagte schon Albert Einstein 1949 voraus: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr.“

Wie geht es weiter?

Nachdem die EU-Kommission der Vereinigung zugestimmt hat, fehlt nur noch die Zustimmung der amerikanischen Wettbewerbshüter, die allerdings lediglich wohl eine Formalie ist – und so ist die Vereinigung von Bayer und Monsanto bereits beschlossene Sache. Allerdings haben Umweltschützer und Kleinbauern schon jetzt weitere Proteste gegen die Konzern-Macht von Bayer angekündigt.