Die Vorwürfe der Abgasmanipulation betreffen mittlerweile die gesamte deutsche Autoindustrie

Hat sich die gesamte deutsche Autoindustrie krimineller Machenschaften schuldig gemacht? Laut „Bild am Sonntag“ prüft das Kraftfahrtbundesamt nun auch den Verdacht, dass Daimler tief in den „Dieselskandal“ verstrickt sein könnte. Laut dem Bericht habe das Amt inzwischen fünf „unzulässige Abschaltfunktionen“ bei Daimler-Modellen entdeckt. Vermutet werde, dass die verbotenen Software-Funktionen in einem Großteil der neueren Diesel-Flotte zum Einsatz kämen. In diesem Fall wären fast eine Million Fahrzeuge betroffen.

Daimler wollte sich zu dem Bericht zunächst nicht äußern. Der Vorstandschef des Konzerns Zetsche wird am Montag im Bundesverkehrsministerium Auskunft über das Ausmaß des mutmaßlichen Dieselabgasskandals bei Mercedes erteilen. Die Öffentlichkeit ist hiervon ausgeschlossen. Medienberichten zufolge könnte Daimler eine Milliarden-Strafe drohen.

Bereits im Jahr 2015 war bekannt geworden, dass VW eine illegale Software in seinen Fahrzeugen benutzt hatte, um die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte für Autoabgase zu umgehen. Nach und nach wurden dann auch entsprechende Vorwürfe gegen andere deutsche Autohersteller laut.

Im vergangenen Jahr flog schließlich auf, dass VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler seit den 1990er Jahren illegale Kartellabsprachen über Technik, Kosten, Preise und Zulieferer getroffen hatten. Zudem habe das Autokartell eine weitere Abmachung getroffen: Nämlich die Manipulation der Diesel-Abgaswerte.