68,5 Millionen Menschen auf der Flucht

Das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) hat seine Zahlen für das Jahr 2017 vorgelegt. Demnach stieg die Anzahl der weltweit Geflüchteten zum fünften Mal auf einen erneuten Rekordstand: Ende letzten Jahres waren 68,5 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, wovon 52% Minderjährige sind. Im Jahr zuvor waren es noch 3 Millionen weniger. Allein 2017 begaben sich 16 Millionen Menschen auf die Flucht.

Der Löwenanteil der Geflüchteten insgesamt liegt wie bisher bei den sogenannten Binnenvertriebenen, also Menschen, die innerhalb ihres eigenen Landes fliehen und die Staatsgrenzen nicht überqueren. Sie stellen 40 Millionen aller Flüchtlinge.

Die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien, Afghanistan, Südsudan, Myanmar und Somalia. 70% aller Flüchtlinge stammen allein aus diesen fünf Ländern. Dort sind Krieg, Bürgerkrieg und Vertreibung zum Normalzustand geworden.

Während durch massive Abschottungsmaßnahmen und ein striktes Grenzregime die Anzahl der in Europa angekommenen Flüchtlinge gesunken ist, steigt demnach die Anzahl der Flüchtlinge in den oftmals wirtschaftlich armen und ebenfalls krisengeplagten Nachbarländern wie z.B. dem Libanon, Pakistan oder Uganda. In Deutschland hingegen sank die Anzahl der Neuankommenden im Jahr 2017 deutlich. Waren es 2016 noch 280.000 Neuaufnahmen, so waren es letztes Jahr 186.644.

Der UNHCR-Hochkommissar Filipo Grandi mahnt, dass dem Anstieg der Fluchtbewegungen nur dadurch zu begegnen sei, dass die Ursachen für die Flucht in den Herkunftsländern angegangen werden. Da diese aber vielmehr zu- als abnehmen, rechnen Experten mit einem weiteren Ansteigen der Flüchtlingszahlen auch in diesem Jahr. Lange können die reichen Länder sich nicht mehr abschotten. Die von ihnen geschaffen Krisen im Ausland scheinen sie nun einzuholen.

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