Laut „Pro Asyl“ waren im Jahre 2017 weltweit 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht, drei Millionen mehr als 2016. Sie fliehen vor Krieg, Gewalt und Verfolgung. Rund 85% der Menschen retten sich in benachbarte Entwicklungsländer oder sind Binnenflüchtlinge und bewegen sich in ihrem geschundenen Herkunftsland. Die restriktive Asylpolitik der EU und Deutschlands sorgen dafür, dass die Ankunftszahlen in Europa stetig sinken. 2016 sind noch rund 280.000 Menschen in Deutschland angekommen, im Jahre 2017 waren es nur noch 180.000. Der Großteil dieser Schutzsuchenden stammt aus Kriegsgebieten wie Syrien, Afghanistan, Irak, Iran und Eritrea.

Fluchtursachen werden nicht bekämpft

Unter dem Vorwand „Fluchtursachen zu bekämpfen“ werden autoritäre Staaten unterstützt und Menschen z.B. in der Sahelzone oder in Libyen aufgehalten. Ihnen wird damit der Zugang zu Europa und zu einem fairen Asylverfahren verwehrt. In den Lagern in Libyen jedoch sind Misshandlungen, Folter und Vergewaltigung an der Tagesordnung. Dennoch arbeiten europäische Institutionen mit der libyschen Küstenwache zusammen. Diese greift Menschen auf hoher See auf  – und schickt sie dann in libysche Gefängnisse.

Das Mittelmeer als Massengrab

2017 fanden mindestens 3.139 Menschen bei der Überquerung des Mittelmeers den Tod. Zivile Seenotrettungen wie „Sea-Watch“, die den Flüchtenden zur Hilfe kommen, sehen sich immer stärkerer Kriminalisierung und Diffamierung ausgesetzt. Zusätzlich ist die Lage in den Flüchtlingslagern an den europäischen Außengrenzen teilweise katastrophal: Zelte stehen im Morast, schlechte hygienische Bedingungen sorgen für Krankheiten und die medizinische Versorgung ist miserabel. Die griechischen Inseln Lesbos, Samos, Chios und Kos sind davon besonders betroffen (Link).

Deutsche AnkER-Zentren sind keine Lösung, sondern Teil des Problems

Nach dem Vorbild von Transit-Zentren werden die AnkER-Zentren (Ankunft, Entscheidung, Rückführung) die Abschottung gegen Geflüchtete weiter vorantreiben. In einer ersten Pilotphase ab Herbst 2018 werden fünf bis sieben dieser Lager im Süden Deutschlands errichtet, später sollen bundesweit rund 40 weitere folgen. Es wird befürchtet, dass der Zutritt für unabhängige Beratungsstellen erschwert wird und vor allem Frauen unter den Bedingungen zu leiden haben (Link).

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