Ausnahmen vor dem Hintergrund des Arbeitgeberschutzes schließen 15 Millionen ArbeiterInnen vom Rückkehrrecht auf eine volle Stelle aus

Teilzeitarbeit ist auf dem Vormarsch in Deutschland – fast die Hälfte aller Frauen arbeitet in Teilzeit, wohl vor allem, um der doppelten Belastung von häuslicher Arbeit, die ihr auferlegt wird, und Lohnarbeit gerecht werden zu können. Problematisch ist für viele, dass sie auch nach der Erziehungszeit nicht in Vollzeit zurückkehren können. Unter anderem daraus resultiert der unter Frauen gefährlich geringe Rentenanspruch.

Die SPD hatte hart gekämpft für die „Teilzeitbrücke“, eine Regelung, die ArbeiterInnen berechtigt, befristet in Teilzeit zu gehen und anschließend wieder auf ihre volle Stelle zurückzukehren. Tatsächlich wird aber ein Großteil der Mütter von dieser Regelung ausgeschlossen sein.

Was ist die Teilzeitbrücke?

Noch ist sie nicht beschlossen, aber zu Beginn des neuen Jahres soll sie Gesetz werden. Die Teilzeitbrücke stellt ein Rückkehrrecht auf eine ehemalige Vollzeitstelle dar. Im Vorhinein wird geregelt, dass ArbeiterInnen für mindestens ein und höchstens fünf Jahre weniger Stunden pro Woche arbeiten, und danach wieder einen Anspruch haben, zu ihren alten Konditionen die volle Stelle aufzunehmen.

Der Haken: Die Regelung gilt nicht für Betriebe mit weniger als 45 angestellten ArbeiterInnen und nur eingeschränkt für Betriebe mit weniger als 200 ArbeiterInnen. Aus einer kleinen Anfrage der Linkspartei ging jüngst hervor, dass rund 60% der erwerbstätigen Mütter in Unternehmen arbeiten, in denen sie sich nicht auf das Recht berufen können. Insgesamt würden also rund 15 Millionen erwerbstätige Frauen durch die Ausnahmeregelung vom Rückkehrrecht ausgeschlossen.

CDU: Zu wenig Rücksicht auf Unternehmer

Während in der öffentlichen Kritik vor allem bemängelt wird, dass die Regelung fast zwei Drittel derer ausschließt, denen sie eigentlich nützen sollte, kritisiert die CDU vor allem die bevorstehende Belastung für die Personalabteilungen von Unternehmen.