Bundesregierung informiert insgesamt 3 Personen über die Gefahr

Seit Ende 2011 haben deutsche Behörden Listen mit über 25.000 Namen, Adressen und Telefonnummern bei deutschen Rechtsterroristen gefunden. Diese wurden dort als „Feinde“ aufgeführt – die im „Notfall“ ermordet werden sollen. Die Deutsche Bundesregierung hat bisher nur drei Personen informiert. Diese Informationen gehen aus einer kleinen Anfrage der Linkspartei hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt.

Gefunden wurden solche Listen bei Ermittlungen gegen

  • die „Prepper“-Gruppe „Nordkreuz“. Diese Terrorzelle war im Reservistenverband der Bundeswehr organisiert und bereitete sich auf einen Bürgerkrieg vor. In diesem Fall sollten zuerst die Personen auf der Feindesliste ermordet werden.
  • den faschistischen Bundeswehr-Offizier Franco A.  Er wollte mit anderen Offiziersanwärtern Anschläge organisieren, um sie dann Geflüchteten in die Schuhe zu schieben. Auf seinen Listen wurden auch hochrangige Politiker geführt.
  • den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU). Diese hatten nach ihrem Auffliegen solche Listen genutzt, um eine DVD mit dem Mordvideo ihrer 10 Morde an hunderte Adressen bundesweit zu versenden.

Unklar ist bisher, ob es sich bei den verschiedenen gefundenen Todeslisten um dieselbe handelt oder ob es Überschneidungen gibt.

Bemerkenswert ist in jedem Fall, wie die Bundesregierung die rechtsterroristische Gefahr einschätzt: sie hat von den 25.000 Betroffenen bisher tatsächlich nur 3 Personen informiert.