Bundesweite Initiative will auf das Schicksal tausender Menschen aufmerksam machen, die im Mittelmeer ertrunken sind, und auf die Tausenden, die folgen werden, wenn sich die europäische Abschottungspolitik nicht ändert.

„Eine europäische Einigung wurde erzielt. Mit der Initiative ‚Seebrücke des Bundes‘ wird Deutschland seiner historisch gewachsenen Verantwortung gerecht. Deutschland nimmt bis Ende 2019 freiwillig alle Menschen auf, die im Mittelmeer aus Seenot gerettet werden“, so hieß es tagelang auf der Homepage Seebruecke.org – darunter das Logo des Bundesinnenministeriums und ein Bild von Horst Seehofer.

Ist der Innenminister etwa zur Vernunft gekommen und hat tatsächlich seine „christlichen Wurzeln“ wieder entdeckt? (Leider) Nein! Es war der klug geplante Start einer bundesweiten – ironisch untertitelten –  Kampagne dutzender Initiativen, die sichere Fluchtwege für Flüchtlinge fordern.

“Menschen auf dem Mittelmeer sterben zu lassen, um die Abschottung Europas weiter voranzubringen und politische Machtkämpfe auszutragen, ist unerträglich und spricht gegen jegliche Humanität. Migration ist und war schon immer Teil unserer Gesellschaft!“, so die Initiative. „Statt dass die Grenzen dicht gemacht werden, brauchen wir ein offenes Europa, solidarische Städte und sichere Häfen. Die SEEBRÜCKE ist eine internationale Bewegung, getragen von verschiedenen Bündnissen und Akteur*innen der Zivilgesellschaft. Wir solidarisieren uns mit allen Menschen auf der Flucht und fordern von der deutschen und europäischen Politik sichere Fluchtwege, eine Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine menschenwürdige Aufnahme der Menschen, die fliehen mussten oder noch auf der Flucht sind.”

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, organisieren Beteiligte der Initiative am kommenden Samstag Demonstrationen in München, Leipzig, Berlin, Frankfurt, Gießen, Heidelberg, Zwickau, Bremen und Hannover.

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