Der Weltfußballer will zu Juventus Turin wechseln, italienische Fiat-Arbeiter wollen deshalb streiken

Für den bevorstehenden Wechsel Christiano Ronaldos zu Juventus Turin ist eine Ablösesumme von 112 Millionen Euro im Gespräch. Italienische ArbeiterInnen bei Fiat wollen das nicht hinnehmen: „Ist das normal, ist das fair?“, fragt eine Gewerkschaft. Vor allem sorgt für Furore, dass rund 30 Millionen Euro aus den Kassen der Firma Fiat kommen sollen, einem Unternehmen, das laut Gewerkschaft in der Vergangenheit „große finanzielle Opfer“ von dort arbeitenden Menschen verlangte.

Im Interesse der Aktionäre

Die Verbindung zwischen Fiat und Juventus Turin schafft dabei die Turiner Agnelli-Familie. In vierter Generation stellen Mitglieder der Unternehmensdynastie die Präsidenten des Fußballklubs und haben die Leitung inne. Des Weiteren sind sie die Mitgründer von FIAT- Marken wie Ferrari, Lancia und Chrysler.

Nun sollen 30 Millionen Euro des Firmenbudgets dafür aufgewendet werden, Ronaldo abzulösen und ihn zum Werbedarsteller für Fiat zu machen.

„Ist das fair?“

Der italienische Gewerkschaftverband „USB“ kritisiert das Vorhaben der Unternehmensleitung: „Ist es normal, dass eine einzelne Person Millionen verdient und Tausende von Familien mit ihrem Geld nicht bis Mitte des Monats auskommen?“. Für den Proteststreik wurde das Datum auserkoren, das momentan als „CR7-Tag“ (CR7 ist die Rückennummer auf dem Trikot von Christiano Ronaldo) durch die italienischen Medien geht: Während Ronaldos Ankunft in Turin gefeiert wird, werden die ArbeiterInnen bei Fiat in Melfi vom Abend des 15. Juli noch bis zum übernächsten Morgen streiken.