Bauernverband fordert eine Milliarde Euro Unterstützung von Bund und Ländern. Verbraucherpreise könnten deutlich steigen.

Die andauernde Hitzeperiode macht nicht nur den Menschen in Deutschland zu schaffen. Auch für viele Pflanzen ist das Wetter zu warm und zu trocken. Experten wie der Chef des „Deutschen Bauernverbands“ (DBV), Joachim Rukwied, rechnen mit durchschnittlichen Ernteausfällen von 20 Prozent.

Bei den einzelnen Pflanzenarten und den unterschiedlichen Regionen in Deutschland werden sich die Ernteausfälle sehr unterschiedlich auswirken. So wird allein bei Kartoffeln ein Ernteausfall von 40 Prozent erwartet (Link). Dem Deutschen Bauernverband zufolge könnten in Teilen Nord- und Ostdeutschlands die Ernten um bis zu 70 Prozent einbrechen. Neben Kartoffeln sind besonders Mais, Zuckerrüben und Getreide betroffen.

Bei Einbußen von 50 bis 70 Prozent seien viele Betriebe massiv in ihrer Existenz bedroht, berichtet der DBV und fordert eine Milliarde Euro an Finanzhilfen von Bund und Ländern. Damit sollen die schlimmsten Ausfälle kompensiert werden. „Wir fordern jetzt Liquiditätshilfen, damit wir Betriebe, deren Ertrag mehr als 30 Prozent unter dem Schnitt der letzten Jahre liegt, direkt unterstützen können“, so Rukwied (Link).

Folgen sind höhere Verbraucherpreise

Die zu erwartenden Missernten könnten sich schon bald direkt auf die Verbraucherpreise auswirken und diese in die Höhe treiben: So sind laut dem Datenanalysten Bloomberg etwa die Preise für Weizen bereits jetzt auf den weltweiten Rohstoffmärkten um 10 Prozent gestiegen, dem höchsten Stand seit drei Jahren. Sollte die Hitze weiter anhalten, dürften die Preise weiter klettern. Den Landwirten gehen zudem die Futtermittel für ihre Tiere aus, da das Gras auf den Feldern vielfach verdorrt ist und nicht wächst.

Massive Ausfälle bei der Baumwollernte könnte auch die Preise für Textilien in die Höhe treiben. Selbst die Strompreise werden durch die Hitze steigen. Bereits jetzt musste mindestens ein Braunkohlewerk in Deutschland seinen Betrieb drosseln, in Frankreich könnte es bald die Atomkraftwerke treffen, denn es gibt nicht genug, bzw. nur viel zu warmes Kühlwasser aus den Flüssen. Die anhaltende Hitze lässt durch stabile Hochdruckgebiete zudem die Windräder stillstehen (Link).