In Gelsenkirchen sind es über 43%

Die Kinderarmut hat in NRW einen neuen Höchststand erreicht. Demnach sind im Bundesland knapp eine halbe Millionen Kinder unter 15 Jahren von Hartz IV betroffen – das sind rund 20 Prozent aller Kinder. Im Ruhrgebiet ist die Lage besonders dramatisch. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Bertelsmann Stiftung gekommen.

Demnach lebt in 13 Kommunen in NRW jedes vierte Kind unter 15 Jahren in Armut. Zehn dieser Städte liegen im Ruhrgebiet. Der Sozialwissenschaftler Volker Kersting erklärt dazu in der WAZ: „Die Städte im Revier erleben eine zunehmende Konzentration von Kinderarmut in benachteiligten Quartieren. Dadurch wachsen die Probleme in diesen Stadtteilen weiter an.“ Es gebe manche Stadt-Viertel, in der bereits die Hälfte der Kinder in Armut lebe.  Besonders betroffen sei Gelsenkirchen. Hier sind 43% aller Kinder auf Hartz IV angewiesen. „Wir verspielen unsere Zukunft“, so Kersting.

Problematisch sei auch die besonders lange Bezugsdauer der Unterstützung von Kindern. Fast die Hälfte aller Kinder bis 15 Jahren erhielten Hartz IV seit mindestens vier Jahren. In zehn Ruhrgebiets-Kommunen liegt diese Quote sogar bei über 50%. „Das heißt, für mehr als die Hälfte der Kinder ist Armut keine Phase, sondern ein Dauerzustand“, so die Autoren der Studie.