Treffen mit Graue Wölfe-Chef beim NATO-Gipfel

Während in Deutschland noch über das Treffen von Özil und Erdogan diskutiert wird, geht Angela Merkel schon einen Schritt weiter: Beim NATO-Gipfel kam sie mit der türkischen Delegation – darunter auch Cemal Çetin – zusammen. Er ist der Vorsitzende der Grauen Wölfe in Europa. Diese türkischen Faschisten sind glühende Vorkämpfer eines großtürkischen Reichs und große Verfechter des Nationalsozialismus.

Händedruck beim NATO-Gipfel

Die Zusammenkunft fand am Rande des NATO-Gipfels in Brüssel statt, als Merkel auf die Delegation um den türkischen Präsidenten Erdogan traf. Für Cemal Çetin und die türkische Führung ist der Handschlag ein öffentlichkeitswirksamer Schritt, der scheinbar gezielt herbeigeführt wurde. So berichten türkische Medien ausführlich über den Fall.

Bedeutende faschistische Organisation

Bei den Grauen Wölfen und ihrer legalen Vorfeld-Organisation „Avrupa Türk Konfederasyon“ (Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine) handelt es sich um überzeugte türkische Faschisten. Ihr Ziel, das sie mit Präsident Erdogan teilen, ist ein neo-osmanisches Reich. Dafür sind sie bei schweren Verbrechen gegen Kurden, Linke und Aleviten in der Türkei mit dabei – allen voran ihre Jugendorganisation, die paramilitärisch und bewusst nach dem Vorbild von SA und SS organisiert ist. Der Hitlersche Faschismus diente seit ihrer Gründung als Inspiration für die Wölfe.

Mit ihren geschätzten 18.000 Mitgliedern sind sie eine der größten faschistischen Organisationen in Deutschland. Sie organisiert sich in verschiedenen Strukturen von Vereinen, Boxclubs und Moscheen. Auch mit der kürzlich verbotenen „Osmanen Germania“ gab es große Überschneidungen.

In der Tradition von Strauß

Treffen mit offiziellen Vertretern faschistischer Parteien wie der MHP (Partei der Nationalistischen Bewegung) – selbst auf höchster Ebene – sind keine Ausnahme in der deutschen Geschichte. 1978 traf der damalige CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß den damaligen Vorsitzenden der rechtsextremen MHP, Alparslan Türkeş. Dabei gab Strauß Türkes mit, „sich für ein günstiges Klima für die Grauen Wölfe in der Bundesrepublik einzusetzen“.