Unbekannter übergießt zwei Obdachlose in Berlin mit brennbarer Flüssigkeit und zündet diese an. Opfer erleiden lebensgefährliche Verletzungen.

Am späten Sonntagabend wurden zwei obdachlose, schlafende Männer am Berliner S-Bahnhof Schöneweide mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet. Die beiden 47 und 62 Jahre alten Männer erlitten dabei lebensgefährliche Verbrennungen und liegen derzeit im Krankenhaus. Noch am heutigen Montagmorgen schwebten sie laut Polizeiangaben in Lebensgefahr.

Vorläufig gerettet werden konnten die beiden Obdachlosen nur durch das schnelle Eingreifen von einem Mitarbeiters eines Bahnhofsimbisses. Dieser sah die Flammen und konnte sie mit einem Feuerlöscher löschen.

Die Polizei geht bisher von einem männlichen Täter aus, konnte jedoch bisher keinen Tatverdächtigen ermitteln. Für die Nachforschungen wurde eine Mordkommission eingesetzt (Link).

Heute Abend fand eine von AnwohnerInnen organisierte Gedenkkundgebung am Tatort statt. Die TeilnehmerInnen legten Blumen ab und stellten Kerzen auf.

Laut Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) stieg die Anzahl der registrierten Straftaten gegen Obdachlose in den vergangenen Jahren stark an. 2017 wurden 1.400 Straftaten gegen Obdachlose registriert, mehr als die Hälfte der Taten sollen Gewaltdelikte wie Körperverletzungen sein. Im letzten Jahr stieg die Anzahl der Straftaten demnach um 40% gegenüber 2015 an (Link).