… nachdem der CDU-Abgeordnete Krauß die Protestierenden als „Öko-Extremisten“ beleidigte

In Pödelwitz findet ein Klimacamp statt, an einem Ort, den es bald nicht mehr geben soll. Denn das Dorf soll weg, es soll einem Tagebau zur Braunkohleförderung weichen. Die OrganisatorInnen rechnen mit rund 1.000 Menschen, die sich den Protesten anschließen werden.

„Kohle erSetzen!“

Die AktivistInnen bieten dabei ein breites Programm an, Workshops, Diskussionen und Exkursionen sind geplant. Für die AktivistInnen ist klar, dass sie gegen die Braunkohleindustrie im Allgemeinen vorgehen möchten, und nicht nur, um Pödelwitz zu schützen: „Klar ist, dass wir die Klimaziele nur erreichen können, wenn Kohle, Öl und Gas im Boden bleiben“, erklärte Josephine Lauterbach vom Organisationsteam des Klimacamps gegenüber der Leipziger Volkszeitung. Auch, weil die Konsequenzen des im Norden erwirtschafteten Reichtums der globale Süden zu tragen hätte, beispielsweise durch Dürren oder Überschwemmungen, ergänzt sie.

Aus dem Kreis der OrganisatorInnen wird auch eine Aktion des zivilen Ungehorsams organisiert: Vom 2. bis 5. August sollen Besetzungen des gefährdeten Gebiets stattfinden – „Kohle erSetzen!“ lautet das Motto.

„Öko-Gutmenschen“

Während die Protestaktion annähernd so viele Menschen in Pödelwitz versammelt, wie das Dorf überhaupt Einwohner hat, ist Alexander Krauß (CDU und sächsischer Bundestagsabgeordneter) unzufrieden. Das Eigentumsrecht des Bergbau-Unternehmens müsse gewahrt werden, immerhin würden Gesetze auch für Öko-Gutmenschen gelten.

Er ging noch weiter und verglich die AktivistInnen, die aus verschiedenen linken Strukturen kommen, mit der faschistischen „Identitären Bewegung“. Bislang haben sich die Protestierenden von derartigen Diffamierungen nicht beirren lassen.

Panzerwagen im Klimacamp

Gepostet von Klimacamp Leipziger Land am Donnerstag, 26. Juli 2018

Nun hat nach einigen Stellungnahmen der geschäftsführenden MIBRAG (Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH) die Polizei erste Patrouillenfahrten durchgeführt – ausgerechnet im Panzerwagen SURVIVOR. Die Polizei Sachsen rechtfertigte sich, dass der SURVIVOR ohnehin diese Strecke gefahren wäre, unabhängig vom Klimacamp. Doch die AktivistInnen machen auf einen Missstand aufmerksam: Das Kohlebauunternehmen macht seit Wochen Stimmung gegen die AktivistInnen, die CDU diffamiert das Projekt als extremistisch – und die Erste, die mit schwerem Geschütz provoziert, ist die Polizei.