„Ehemalige Mitarbeiter“ von Siemens, T-Systems und Rohde & Schwarz sichern sich Leitungsposten

Der Bund will in Zukunft selbst Spionage-Software entwickeln, um Smartphones und Computer von BürgerInnen hacken zu können. Dafür wurde im April 2017 die Behörde „Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich“ (ZITiS) geschaffen, die jedoch von Beginn an mit Personalproblemen kämpft. Nun hat sie jedoch ihre Leitungspositionen besetzen können – mit Personen aus Unternehmen, die auch bisher schon Staatsaufträge bekamen: Siemens, T-Systems und Rohde & Schwarz.

Laut der Welt war der neue Leiter im Bereich Telekommunikationsüberwachung (TKÜ) zuvor bei Rhode & Schwarz, der bald Zuständige für die Kryptoanalyse davor bei T-Systems, der für Big Data vorher bei Siemens. Nur im Bereich der Digitalen Forensik kommt die zukünftige Leitung aus dem Universitätsbetrieb.

Obgleich bislang von den insgesamt 120 Stellen nur 62 besetzt sind, wurde im neuen Bundeshaushalt 2018 bereits eine Aufstockung um weitere 30 Stellen beschlossen. Bis die notwendige Zahl erreicht ist, wird ZITiS jedoch weiterhin auf Produkte aus der Privatwirtschaft zurückgreifen. Dabei wolle man bei solchen Firmen einkaufen, mit „denen die Sicherheitsbehörden schon seit Jahren im technischen Bereich gut zusammenarbeiten.“ Welche Firmen die neuen Leiter da wohl vorschlagen?

ZITiS wurde im April 2017 geschaffen, um anderen deutschen Sicherheitsbehörden die Überwachung verschlüsselter Kommunikation – z.B. auch bei den zunehmend verbreiteten Messenger-Programmen wie WhatsApp – zu ermöglichen. Die neue Bundesoberbehörde ist dabei konkret für die Entschlüsselung der „abgefangenen“ und gespeicherten Kommunikation zuständig. Sie ermittelt hierbei jedoch nicht selbstständig, sondern fungiert als eine Art Dienstleisterin für Bundeskriminalamt, Verfassungsschutz, die Bundespolizei und eine Reihe weiterer Behörden.

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