Analyse zeigt: deutsche Autobauer werden durch japanische Konzerne verdrängt

Das Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY) sieht eine düstere Zukunft für die deutschen Autobauer. Laut einer aktuellen Analyse des Unternehmens wurden die deutschen Konzerne im zweiten Quartal 2018 in verschiedenen wichtigen Kategorien vom ersten Platz der Weltrangliste verdrängt (Link).

Volkswagen blieb zwar auch im zweiten Quartal 2018, wie auch in den vergangenen Jahren, der Autokonzern mit den weltweit meistverkauften Autos, jedoch nur noch sehr knapp. VW verkaufte 2,619 Millionen Autos und LKW, dicht gefolgt von Toyota mit 2,615 Millionen und General Motors mit 2,062 Millionen. Auch beim Umsatz blieb VW auf Platz eins mit mehr als 61 Milliarden Euro. Toyota kam auf knapp 57 Milliarden Euro.

Bei der wichtigsten ökonomischen Kategorie für die Konzerne, dem Gewinn, liegt Toyota jedoch erstmals seit Jahren weit vor Volkswagen. Toyota erwirtschaftete im zweiten Quartal einen operativen Gewinn (vor Zinsen und Steuern) von rund 5,3 Milliarden Euro. Volkswagen landete mit knapp 4 Milliarden Euro Gewinn weit abgeschlagen hinter Toyota.

Auch bei der Effizienz der Produktion sind deutsche Autobauer von japanischen Konzernen abgehängt worden. Seit Jahren führte hier BMW als Weltmeister. Nun hat Suzuki die Münchener Autobauer mit einer Marge von 11,8 Prozent überholt (pro 100 eingesetzte Euro erwirtschaftet Suzuki 11,80 Euro Gewinn). BMW liegt mit 11 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von Toyota mit 9,3 Prozent.

Die deutschen Autokonzerne haben durch den Diesel-Abgas-Skandal und unzureichende Entwicklungen und Technologien im Bereich der Elektroautos und der künstlichen Intelligenz am Markt stark verloren und werden es weiter tun, wenn sie sich strategisch nicht neu aufstellen.