Standort Leipzig könnte erhalten bleiben

Sechs Wochen hatten die Kollegen der Gießerei Neue-Halberg-Guss gestreikt. Das Unternehmen hatte angekündigt, das Leipziger Werk vollständig zu schließen und in Saarbrücken Stellen zu streichen – mindestens 700 Arbeitsplätze wären betroffen. Seit Ende Juli ist der Streik ausgesetzt, eine Schlichtung wurde einberufen. Hier ist es nun scheinbar zum Durchbruch gekommen. So teilte die Gewerkschaft IG Metall am Mittwoch nach einer erneuten Schlichtungsrunde mit: „Die Schlichtung arbeitet an Fortführungs- und Zukunftskonzepten für beide Standorte.“

Noch ist die Abwendung der Werksschließung jedoch nicht beschlossene Sache, so die IG Metall. „Die Rahmenbedingungen der Schlichtungsverhandlung müssten noch klarer werden.“ Darüber soll in den nächsten Tagen weiter verhandelt werden. Der seit Ende Juli unterbrochene Streik in Leipzig und Saarbrücken bleibt so lange ausgesetzt.

ArbeiterInnen haben immer mehr Macht

Der Ausstand bei Halberg-Guss konnte durch die Lage des Unternehmens innerhalb der internationalen Produktionsketten eine starke Wirkung entfalten:

  • Der Motorenbauer Deutz klagte über die Gefahr eines Produktionsstopps. Davon wären dann auch weitere Unternehmen betroffen. Zusammen hatten sie sogar eine Zeitungsanzeige geschaltet, in der sie Management, Gewerkschaft und Politiker aufforderten, dem „Wahnsinn“ ein Ende zu setzen.
  • VW und Opel mussten ihre Werksferien vorziehen oder Produktionspläne ändern.
  • Volvo gab bekannt, dass seine Produktion durch den Streik in den nächsten Quartalen gestört würde.