Bruder von AfD-Landtagsabgeordnetem betreibt Nazi-Shop, Staatsanwaltschaft ermittelt

Hitler-Porträts, „SS“- und „88“-Bettwäsche („Träumen vom Reich“), Hakenkreuz-Luftballons für Kinder, „Anti-Musel“-Spray und Erdnüsse in Dosen mit der Aufschrift „Zyklon B“ – diese und weitere Nazi-Fanartikel werden im Onlineshop von Udo Weiß vertrieben. Alle Preise des Shops enden mit 88 Cent.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn unter anderem wegen Volksverhetzung (§130 StGB) und dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (§86a StGB). Bereits im April 2015 ist Weiß wegen des Verkaufs von tausenden Nazi-Fanartikeln über Ebay zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Dieses Urteil ist bis heute nicht rechtskräftig.

Sein Bruder Jan-Ulrich Weiß sitzt mittlerweile für die AfD im brandenburgischen Landtag. Er zog 2017 als Nachrücker für AfD-Chef Alexander Gauland in den Landtag ein. Auch Jan-Ulrich Weiß ist der Justiz gut bekannt. Er wurde im Februar wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zu 22 Monaten auf Bewährung verurteilt. Wenn die Strafe rechtskräftig wird, verliert Weiß seinen Parlamentssitz.

Jan-Ulrich Weiß gibt an, von dem Nazi-Shop seines Bruders nichts gewusst zu haben. Zufällig hat er jedoch den Motto-Spruch des Shops („Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte!“) auf seinem linken Unterarm tätowiert.