Im Iran wird seit fünf Tagen gegen Wirtschaft und Regime protestiert

Am 6. August sollen die ersten Sanktionen der USA gegen den Iran in Kraft treten, doch schon jetzt steigen dort die Lebenshaltungskosten und die Inflationsrate. Seit 5 Tagen demonstrieren und protestieren hunderte Menschen gegen die Wirtschaftskrise und die Korruption der Regierung.

Gebrochene Versprechungen

Das staatliche und geistliche Oberhaupt des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hatte versprochen, mit dem Atomabkommen die Wirtschaft zu beflügeln. Doch der Preis der Grundnahrungsmittel hat sich im letzten Jahr verdoppelt. Die iranische Währung Rial hat 70 Prozent eingebüßt, 25 Prozent allein in der letzten Woche.

Seit fünf Tagen demonstrieren die IranerInnen nun gegen die ökonomische Verschärfung und gegen das Regime. In den Städten Isfahan, Schiras, Maschhad und auch in der Hauptstadt Teheran kam es zu Demonstrationen und Protesten. Mehrere hundert Menschen riefen nach Veränderung. Sie skandierten „Tod dem Diktator“ und 500 DemonstrantInnen sollen eine Koranschule in Teheran angegriffen und das Gebäude beschädigt haben.

Am Samstag soll ein Demonstrant aus einem Fahrzeug aus erschossen worden sein – wer das Opfer und wer der Täter ist, ist bislang nicht bekannt. Wie viele DemonstrantInnen und wie viele Demonstrationen es gibt, kann nicht genau eingeschätzt werden, ausländische Medien dürfen die unangemeldeten Proteste nicht aufnehmen. Die iranische Regierung bezeichnet die Videos in den sozialen Medien als Propaganda von Exil-Iranern, die von den USA, Israel und Saudi-Arabien finanziert seien. Die Agentur Fars gibt bekannt, dass gestern 20 DemonstrantInnen in Kardesh inhaftiert wurden.

Gekündigtes Abkommen

Im Mai kündigte US-Präsident Donald Trump an, das Atomabkommen zwischen den USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China mit dem Iran einseitig zu kündigen. Gleichzeitig wollen die USA die Sanktionen gegen den Iran verschärfen. Die USA werfen dem Iran vor, seinen Einflussbereich in arabischen Nachbarländern wie dem Jemen und Syrien auszuweiten. Ab dem 6. August sollen die Sanktionen in Kraft treten und im November sollen weitere folgen.

Auch viele deutsche Firmen ziehen sich aus dem Iran zurück, in den letzten Monaten sanken die Exporte um vier Prozent.