Mehrere zehntausend Waffen wurden freiwillig abgegeben – dabei gibt es viele Millionen

Wer illegal eine Waffe besaß, konnte diese bis zum 1. Juli bei Polizeibehörden über ein Jahr hinweg abgeben. Der Zeitraum ist nun vorbei, doch nur ein Bruchteil der Besitzer illegaler Waffen ist dem Aufruf nachgekommen.

So wurden in Bayern 13.500 Schusswaffen abgegeben, bei einer ähnlichen Aktion 2009 waren es noch 34.000. In Schleswig-Holstein wurden mit 1.854 statt 6.460 im Jahr 2009 ebenfalls weniger Waffen hergegeben. In NRW waren zur Halbzeit Anfang des Jahres gerade mal 5.500 Waffen freiwillig in Sicherheit gebracht worden, 2009 waren es dort noch insgesamt 40.000. „Ich habe mit wesentlich mehr Waffen gerechnet“, sagte deshalb auch Heidi Schulz von der Düsseldorfer Polizei.

Wahrscheinlich gerade wegen des mäßigen Erfolgs gibt es auch  bisher keine bundesweiten Ergebnisse. Hochgerechnet kann man vielleicht von rund 100.000 zurückgegeben Waffen in dieser Amnestie-Runde ausgehen. Das ist aber nur ein Bruchteil der illegalen Waffen in Deutschland. Eine Studie geht davon aus, dass in Deutschland rund 15,8 Millionen Handfeuerwaffen in Privatbesitz sind. Nur ein Drittel davon ist legal registriert. Demnach ist es realistisch, von rund 10 Millionen illegalen Waffen auszugehen. Andere Schätzungen sprechen sogar von 20 Millionen. Illegale Waffen werden unter anderem von bewaffneten „Reichsbürgern“ gehortet, deren Zahl auf mittlerweile ca. 15.600 geschätzt wird.

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