Deutsche Wirtschaft wegen internationaler Spannungen und wachsender Krisen besorgt

Am vergangenen Donnerstag mussten alle wichtigen Aktienindexe in Deutschland deutliche Kursverluste verzeichnen. Der wichtigste deutsche Index, der Leitindex DAX (Deutscher Aktienindex, misst die Wertentwicklung der 30 größten und liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes), ist erstmals seit Anfang April wieder unter die Marke von 12.000 Punkten gerutscht. Er schloss mit einem Minus von 0,7%. Zwischenzeitlich war er allerdings noch deutlich tiefer gefallen. Auch der MDax (Mid-Cap-DAX, spiegelt die Entwicklung der 50 größten Unternehmen der klassischen Branchen wider) und der TecDAX verloren um 0,5 bzw. um 0,6% (Link).

Auch bei den europäischen Börsen sah es nicht besser aus. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor ebenso um 0,6% und rutschte auf den tiefsten Stand seit Ende März. Auch die Börsen in Paris und London mussten Verluste verzeichnen.

Experten werten das als eine Reaktion auf steigende Nervosität und Flucht aus Aktionen durch Investoren. Dafür sollen vor allem der internationale Handelskonflikte und die Währungskrisen der sogenannten Schwellenländer (wie die Türkei und Argentinien) sorgen (Link). Gleichzeitig wirken sich auch die Kursverluste der amerikanischen Börse NASDAQ (-2%) negativ auf die deutsche Börse aus.

Größter Verlierer des deutschen DAX war der Pharma- und Chemiekonzern Bayer mit einem Minus von rund 4,6%. Damit liegt die Bayer-Aktie bei ihrem niedrigsten Wert seit März 2013. Zuletzt hatte das Millionen-Schadensersatzurteil um das Düngemittel Glyphosat in den USA den Konzern erschüttert.

Parallel dazu muss auch die deutsche Wirtschaft den zweiten Monat in Folge einen Rückgang bei ihren Aufträgen hinnehmen. Im Juni schrumpften die Neuaufträge um 3,9% und im Juli nochmals um 0,9% gegenüber dem Vormonat (Link).

Dabei gehen vor allem die für die deutsche Wirtschaft so wichtigen Aufträge aus dem Ausland stark zurück. Die Bestellungen aus der Eurozone sanken um 2,7%, die aus anderen Ländern sogar um ganze 4%. Im Gegensatz dazu stiegen die inländischen Aufträge jedoch um 2,4% an.

Das Bundeswirtschaftsministerium sieht auch hier die Verunsicherung der Firmen durch die weltweiten Handelskonflikte als Auslöser. Hinzu kommen Liefer-Engpässe der deutschen Autobauer im Zusammenhang mit dem Diesel-Abgas-Skandal und der nun notwendigen Neuzulassung der verschiedenen Automodelle.