Werder Bremen positioniert sich gegen Rechtsruck

Zäh hält sich das Gerücht, dass der deutsche Fußball unpolitisch sei und sich Vereine und Ultragruppen aus dem täglichen politischen Tagesgeschäft rauszuhalten haben. Dem widersprach die Ultragruppe „Caillera“ aus Werder Bremen, die den vergangenen Sonntag dazu nutzte, um während des Spiels gegen Nürnberg dutzende Spruchbänder zu entrollen, die sich gegen Rassismus stellten. Auch Werders Geschäftsführer stellte sich offen gegen Rassismus

Caillera rief dazu auf, sich gegen die Gewaltexzesse in Chemnitz und Köthen zu stellen und dem Rechtsruck im Land nicht ohne Gegenwehr zu begegnen. Den rassistischen Mob als „besorgte Bürger“ zu titulieren, sei ein schwerer Fehler gewesen und die Behörden seien an der Aufklärung von Rechtsterrorismus nicht interessiert.

In Anlehnung an die Demonstration im Stadion äußerte sich auch Werder Bremens Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald zu dem gesellschaftlichen Rassismus. Für ihn sei eine unpolitische Haltung im Stadion gar nicht durchführbar, da sie den rechten Tendenzen in die Hände spielen würde. Sich nicht gegen rechts zu positionieren, hieße Gleichgültigkeit.

Auch Geschäftsführer Michael Preetz vom Herta BSC spricht sich dafür aus, dass sich die Proficlubs an der Debatte stärker beteiligen müssten. Laut Preetz haben Vereine, die so stark im öffentlichen Interesse stehen und mit ihrem Sport die Gesellschaft maßgeblich beeinflussen, eine Verantwortung zu übernehmen. Entgegen dieser Stellungnahmen spricht sich der Trainer vom RB Leipzig, Ralf Rangnick, für ein Stadion aus, welches eine unpolitische Rolle einzunehmen habe.

Für Hubertus Hess-Grunewald von Werder sei die Lage klar: Wer die AfD wählt und gleichzeitig Werder-Fan sei, lebe in einem Widerspruch. Werder Bremen setze sich für eine offene und tolerante Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Populismus ein und sei an Rassismus nicht interessiert. Mögliche AfD-Anhänger sollten sich damit auseinandersetzen.