Das bedeutet weniger Lohn, schlechtere Arbeits- und Lebensbedingungen

Die Zahl der LeiharbeiterInnen ist innerhalb der vergangenen zehn Jahren in Deutschland massiv angestiegen. Waren Ende 2007 noch 721.345 als LeiharbeiterInnen beschäftigt, sind es heute schon 1.031.589 – eine Steigerung um 43%. Im Vergleich zu 1997 hat sich die Anzahl sogar verfünffacht.

Besonders hoch ist der Anteil von LeiharbeiterInnen in der Metallbearbeitung (14,9%) und im Lager- und Postbereich (12%). Der Anteil an der Gesamtbeschäftigung lag Ende 2017 bei 2,8%. Das ergab eine Anfrage der Linkspartei an das Bundesarbeitsministerium.

Moderner Sklavenhandel

Bei der Leiharbeit werden Menschen bei einer sogenannten „Personalüberlassungsfirma“ angestellt und an verschiedene Unternehmen „verliehen“ – wie früher die Sklaven. Dadurch sollen die Betriebe flexibel kurzfristig Personal einstellen und wieder rauswerfen können.

Die Lohnsklaven zweiter Klasse – von Paul Hornick

LeiharbeiterInnen arbeiten unter besonders prekären Bedingungen: Sie haben bis zu 40% geringere Löhne als gleichqualifizierte StammarbeiterInnen und verdienen auch grundsätzlich weniger Geld. Im Jahr 2017 betrug der mittlere Bruttolohn von Vollzeit-Leiharbeitern 1.868 Euro monatlich, der von allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 3.209 Euro. Darüber hinaus bekommen LeiharbeiterInnen meist keine Zusatzleistungen und haben weniger Rechte. Außerdem werden sie durch Unternehmen oft als Streikbrecher eingesetzt.

Einstieg in reguläre Beschäftigung?

Oft wird von Befürwortern angeführt, dass Leiharbeit Langzeitsarbeitslosen und Geringqualifizierten den Einstieg in eine reguläre dauerhafte Festanstellung ermögliche. Die Zahlen widerlegen dies: So hatten fast 40% derer, die im zweiten Halbjahr 2017 einen Job in Leiharbeit beendeten, 90 Tagen danach noch keine neue Beschäftigung. Bei denjenigen, die weiterarbeiten „durften“, hatten jedoch wiederum 40% erneut eine Leiharbeitsstelle.