Gericht hebt Paragraphen aus der Kolonialzeit auf

Das oberste Gericht in Neu Delhi entschied am vergangenen Donnerstag, dass sexuelle Handlungen zwischen homosexuellen PartnerInnen nicht mehr strafbar sind (Link).

Als Indien unter britischer Kolonialverwaltung stand, wurde das Gesetz 1861 eingeführt. Da es gegen die indische Verfassung verstoße, werde es nun aus dem Gesetzestext entfernt. Laut dem Gesetz konnten Menschen mit einem Strafmaß von bis zu zehn Jahren ins Gefängnis gebracht werden. Nicht nur Schwule und Lesben, sondern auch Bisexuelle und Trans-Personen waren bisher von dieser staatlichen Repression betroffen.

Bereits seit den 1990er Jahren gab es einen anhaltenden Kampf um die Entkriminalisierung der Homosexualität in Indien. Zuletzt hatte 2009 ein Gericht in Delhi den AktivistInnen recht gegeben. Dieses Urteil wurde jedoch 2013 wieder aufgehoben. Nun soll die Entscheidung jedoch endgültig sein.

LGBTI-AktivistInnen sind froh über die Grundsatzentscheidung, hoffen auf weitere Liberalisierung und schätzen ihre neu gewonnene Freiheit (Link). Laut den AktivistInnen outen sich in Indien – mit mehr als 1,3 Milliarden Menschen – immer mehr Personen zu ihrer Bi- oder Homosexualität. Auch die Zahl der Menschen, die sich für deren Rechte einsetzen, wachse stetig an.