OrganisatorInnen: „Erhebt eure Stimme im Alltag!“

Nachdem die Stadt Chemnitz in den letzten 9 Tagen vor allem von rechten Demonstrationen dominiert wurde, haben gestern Künstler mit einem Gratiskonzert ein Zeichen gegen Rechts gesetzt. Unter dem Motto „Wir sind mehr“ traten sie vor 65.000 Menschen in Chemnitz auf.

„Aufstehen gegen rechte Hetze – Solidarität statt Rassismus“

Das Konzert begann mit einer Schweigeminute für den ermordeten Daniel H. – und allen Opfern rechter Gewalt. Im Zuge des Konzerts wurde auch Geld gesammelt. Die eine Hälfte kommt der Familie von Daniel zugute, die andere Hälfte antifaschistischen Projekten.

Im Anschluss spielten dann Trettmann, Feine Sahne Fischfilet, K.I.Z., Kraftklub, Nura / Matera und Casper sowie Die Toten Hosen. Auf dem Bühnen Banner stand die Parole „Aufstehen gegen rechte Hetze – Solidarität statt Rassismus“. Immer wieder wurden antifaschistische Parolen wie „Alerta, Alerta, Antifaschista!“ und „Nazis Raus“ gerufen.

„Erhebt eure Stimme im Alltag“

Im Vorfeld hatte es Kritik daran gegeben, dass es sich um eine einmalige symbolische Aktion handele. Kraftklub-Sänger Brummer sagte dazu: „Wir geben uns nicht der Illusion hin, dass man ein Konzert macht und dann ist die Welt gerettet.“ Aber: „Manchmal ist es wichtig, zu zeigen, dass man nicht allein ist.“

In einer anschließenden gemeinsamen Erklärung bedanken sich die Organisatoren bei den antifaschistischen Aktiven in Sachsen und verurteilten den Umgang der Politik mit der aufkommenden faschistischen Bewegung: „Anstelle sich diesem Rassismus entgegenzustellen und klar Position zu beziehen, wurden die sogenannten „besorgten Bürger“ ernst genommen, ihre Forderungen gar in politische Handlungen umgesetzt. Die Konsequenzen sind tausende Tote im Mittelmeer, gefolterte und gepeinigte Menschen in Lagern außerhalb Europas.“

Und an diejenigen, die am Konzert teilgenommen hatten, sendeten sie einen klaren Aufruf: „Erhebt eure Stimme im Alltag, auf Demonstrationen und wenn ihr von außerhalb kommt! Dann unterstützt die Menschen in den kleineren Städten und Provinzen, welche sich dort engagieren! Denn #wirsindmehr!“