Besonders psychische Belastungen nehmen zu

Seit 2008 ist die Anzahl der Krankschreibungen bis 2016 um fast 60 Prozent gestiegen. Der „volkswirtschaftliche Schaden“, der durch die rund 560 Millionen Krankschreibungen im Jahr 2016 entstand, wird auf 75 Milliarden Euro geschätzt. Erschreckend sind auch die möglichen Ursachen: Neben einer natürlichen Zunahme durch mehr arbeitende Menschen ist beispielsweise der Anteil von Krankschreibungen, die sich auf psychische Belastungen und Erkrankungen zurückführen lassen, heftig gewachsen – um knapp 125 % innerhalb der Zeit von 2008 bis 2016.

Nach Angaben der AOK sind gesetzlich Versicherte im Schnitt 11,7 Tage im Jahr krankgeschrieben. Bei ArbeiterInnen, die aufgrund von psychischen Erkrankungen krankgeschrieben werden, sind es dagegen im Schnitt 25,7 Tage, also ein deutlich längerer Prozess. Als häufigster Grund werden Krankheitsfälle in der Familie, aber auch Mobbing am Arbeitsplatz genannt.

Stress am Arbeitsplatz

Eine Studie des statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2010 mit dem Titel „Qualität der Arbeit“ untersuchte in diesem Rahmen mögliche Ursachen für psychische Krankheit und Stress. Hiernach fühlen sich rund 15,3 Prozent von Zeitdruck und Arbeitsüberlastung betroffen. Dieser Stress ist nachweislich nicht nur mögliche Ursache für psychische Erkrankungen, sondern kann auch zu körperlichen Krankheiten führen.

Obwohl Stress und Zeitdruck am Arbeitsplatz also gesundheitsgefährdend sind und der Anstieg der Krankschreibungen auch darauf zurückzuführen ist, ist Nicht-Arbeit nicht die gesündere Option: Unter Arbeitssuchenden und Menschen, die Hartz-IV beziehen, ist das Risiko einer Erkrankung schon bei jungen Menschen deutlich höher und nimmt mit dem Alter zu. Hier wird nicht Stress am Arbeitsplatz, sondern eine unzureichend finanzierte Gesundheitsfürsorge sowie allgemeine Zukunftsangst und schlechtere Lebensbedingungen als Ursachen genannt.

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