Gigantische gemeinsame Militärübung geplant

Vom 11. bis zum 15. September soll in Rostock eine gigantische Militärübung stattfinden. Die Übung „Vostock-2018“ wird gemeinsam von Russland, China und der Mongolei durchgeführt. Laut dem russischen Verteidigungsminister Sergei Shoigu werden mehr als 300.000 Soldaten sowie 1.000 Flugzeuge, Hubschrauber, Drohnen, Panzer und die russische Marine teilnehmen. Insgesamt sollen mehr als 36.000 Fahrzeuge während der Übung gleichzeitig zum Einsatz kommen (Link).

Damit handelt es sich bei „Vostock-2018“ um die größte Militärübung seit 37 Jahren. Eine vergleichbar große Übung fand zuletzt im Jahr 1981 statt. Damals waren neben Soldaten aus zahlreichen Staaten des „Wahrschauer Pakts“ rund 150.000 sowjetische Soldaten an der Übung beteiligt. Heute stellt Russland fast doppelt so viele Soldaten und damit fast ein Drittel der gesamten russischen Armee für die Übung zur Verfügung.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow rechtfertigte die Übung im Kontext der gespannten internationalen Lage: „Die Verteidigungskapazitäten unseres Landes sind in der gegenwärtigen internationalen Situation, die oft sehr aggressiv und unfreundlich gegen unser Land ist, gerechtfertigt, notwendig und alternativlos.“, so Peskow (Link).

China und Russland rücken nicht nur politisch und wirtschaftlich, sondern auch militärisch immer weiter zusammen. Erst im Mai hatten die beiden Länder eine verstärkte militärische Zusammenarbeit und eine engere „strategische Kooperation“ vereinbart. Auch wenn China nur mit 3.200 Soldaten und 30 Flugzeugen an der Militärübung beteiligt ist, zeigt dies doch einen deutlichen Weg auf. China gehe es vor allem darum, vom russischen Militär zu lernen, da die chinesische Armee seit Jahrzehnten keine eigene Kampferfahrung habe, so der Militärexperte Song Zhongping aus Hongkong gegenüber der South China Morning Post.

Laut Informationen des Pentagons soll bei der Übung auch der Einsatz von Atomwaffen simuliert werden. Die amerikanischen Geheimdienste würden die Übung genau beobachten, heißt es dazu aus dem Hauptsitz des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums. Russland müsse seine Absichten mit solchen Übungen klar stellen, um mögliche Missverständnisse zu vermeiden, so Pentagon-Sprecher Eric Pahon (Link).