Über 1.000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel

Sechs Wochen streikten die KollegInnen der Gießerei „Neue Halberg Guss“ (NHG) und zwangen somit die Unternehmer Ende Juli in die Schlichtung. Diese ist nun vorzeitig von Seiten der Geschäftsführung beendet worden. Damit ist eine Schließung des Werks in Leipzig wahrscheinlicher geworden – wenn sich die ArbeiterInnen nicht dazwischen stellen.

Schlichtung gescheitert

Am Mittwoch erklärte die Geschäftsführung der Neue Halberg Guss einseitig die Schlichtung für gescheitert. Laut Angaben der Unternehmer sei nun „ein Stellenabbau in deutlich größerem Umfang, als noch im Juni angenommen, nicht mehr auszuschließen.“ Noch während der Schlichtung sollen die Manager mit der Entlassung von 1.700 Personen in den beiden Werken Leipzig und Saarbrücken gedroht haben. Das wäre der Großteil der 2.200 KollegInnen zählenden Belegschaft.

Spaltungspolitik beginnt

Bereits kurz darauf antwortete das Wirtschaftsministerium in Saarbrücken mit einer Politik der Spaltung: So erklärte Jürgen Barke, dass nun vor allem Saarbrücken erhalten werden müsse. Das mögen ihnen die Leipziger „an dieser Stelle verzeihen.“ Dies entspricht dem Vorgehen der NHG-Geschäftsführung, die bereits schon zu Beginn die Schließung des Leipziger Werks in Erwägung gezogen hatte.

Aktionen ja – dauerhafter Streik nein

Die Gewerkschaft IG-Metall kündigte derweil neue Proteste an. Welche Formen diese annehmen solle, ist derweil unbekannt. Es soll jedoch kein ausgedehnter Streik wie bisher stattfinden. So solle laut Gewerkschaft eine Insolvenz vermieden werden. Sie will sich in Zukunft weiterhin für einen Verkauf des Unternehmens oder einen Sozialtarifvertrag und einen Treuhandfonds zur Abfederung von Arbeitsplatzverlusten einsetzen.

Ursprünglich war es überhaupt erst durch einen sechswöchigen Dauerstreik zur Schlichtung gekommen. Mit dem Streik wurden auch Großkonzerne wie VW, Deutz und Volvo unter Druck gesetzt, die im Rahmen von internationalen Produktionsketten auf die Produkte der NHG angewiesen sind.