Trump-Administration führte Gespräche mit rechten Militärs

Im August 2017 sprach der US-Präsident Trump offen davon, militärisch in Venezula einzugreifen – das ist bisher noch nicht geschehen. Doch im Hintergrund hat die US-Regierung weitere Pläne verfolgt. So soll sie einen Putsch des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gemeinsam mit lokalen rechten Militärs vorbereitet haben.

Putsch gegen Maduro

Öffentlich wurden die Pläne durch Aussagen eines US-Beamten und eines ehemaligen venezolanischen Militärkommandaten gegenüber der amerikanischen Tageszeitung New York Times. Demnach soll sich die US-Regierung mehrfach mit rechten Militärs aus Venezuela getroffen haben. Diese behaupteten von sich, mehrere hundert Mitglieder der venezolanischen Armee zu repräsentieren.

In den Gesprächen soll es dabei um den Plan gegangen sein, den demokratisch gewählten Präsidenten Nicolás Maduro zu stürzen und anschließend eine Übergangsregierung zu installieren. Insgesamt soll es Gespräche mit drei verschiedenen Gruppen innerhalb des Militärs gegeben haben

Venezuela in der Krise – Ein Überblick von Anton Dent

Pläne scheitern

Die Pläne wurden jedoch vom venezolanischen Staatsapparat durchkreuzt, als dutzende Putschisten festgenommen wurden. Auch soll es laut dem Zeitungsbericht Misstrauen gegenüber der Zuverlässigkeit der Militärs gegeben haben. So sei unter den Armeeführern auch ein Befehlshaber gewesen, der auf der amerikanischen Sanktionsliste für „korrupte Beamte“ in Venezuela steht.

Das Weiße Haus nahm zu den gesamten Vorfällen keine Stellung. Es verwies jedoch darauf, dass es wichtig sei, sich auf „einen Dialog mit allen Venezolanern einzulassen, die einen Wunsch nach Demokratie zeigen.“

Lange Tradition

Die bekannt gewordenen Pläne stehen in einer langen Tradition faschistischer Putsche, die in Lateinamerika durch die USA finanziert und gesteuert wurden: die „Schweinebucht-Invasion“ 1961 gegen Cuba, der Putsch durch Pinochet in Chile 1973 oder die Aktivitäten der Contras in Nicaragua in den 80er Jahren. Mit der „School of the Americas“ führte das US-Militär sogar jahrzehntelang ein Ausbildungslager für rechte lateinamerikanische Militärs. 2002 versuchten die USA auch in Venezuela, gegen den damaligen Präsidenten Hugo Chavez zu putschen – dieser Versuch misslang.