Cyber-Behörde „ZITiS“ bekommt Steuerspritze für Entschlüsselung

Immer mehr Menschen ist der Schutz ihrer Privatssphäre und sensiblen Daten wichtig. Der Staat möchte dagegen auch verschlüsselte Kommunikation und Datenspeicherung auslesen. Dafür soll die Hacker-Behörde „Zentrale Stelle für IT im Sicherheitsbereich“ (ZITiS) im kommenden Jahr allein 36 Millionen € erhalten – 25% mehr als noch dieses Jahr. Das geht aus Dokumenten hervor, die von netzpolitik.org veröffentlicht wurden.

Von diesem Geld soll unter anderem ein „Supercomputer“ gekauft werden. Dieser soll eingesetzt werden um verschlüsselte Daten zu knacken. Für Verfassungsschutz, Bundeskriminalamt und Bundespolizei habe dies „höchste Priorität“. Des weiteren soll ZITiS verstärkt im Bereich der „Passwortsuche“ und der „Auswertung von Smartphones“ arbeiten. Auch soll die Entwicklung von Staatstrojanern zur Infiltrierung von Computern und Telefonen bei BürgerInnen vorangetrieben werden.

Wenige wollen für den Staat hacken

Große Schwierigkeiten bereitet derweil der staatlichen Hacker-Behörde das Personal. Derzeit hat ZITiS erst „74 der im Kalenderjahr 2018 zur Verfügung stehenden 150 Planstellen belegt“. Von den 74 Eingestellten sind noch einmal fast die Hälfte nur in Verwaltung und Leitung tätig.

Dazu kommentierte Falk Garbsch, Sprecher des Chaos Computer Clubs, gegenüber netzpolitik.org: „Es ist gut zu sehen, dass Hacker offenbar keinerlei Interesse haben, für eine IT-Unsicherheitsbehörde zu arbeiten. Die Community hat schon vor vielen Jahren verstanden, was verbohrte Politiker nicht akzeptieren wollen: Das Ausnutzen und Offenhalten von Sicherheitslücken ist ein nachhaltiges Risiko für Unternehmen, kritische Infrastrukturen und die Zivilgesellschaft. Statt Steuergelder in absurde Angriffsphantasien zu verschwenden, wird es Zeit für Investitionen in das konsequente Schließen von Sicherheitslücken.“