Jair Bolsonaro hat am Sonntag die Stichwahl zum Präsidenten mit rund 55% gewonnen – er setzte sich gegen den Kandidaten der „Arbeiterpartei“ durch. Mit ihm ist nun ein überzeugter Faschist und „Wunschkandidat der Märkte“ im Amt.

Der 63-jährige Jair Bolsonaro sitzt bereits seit 27 Jahren im brasilianischen Parlament, nun ist er zum neuen Präsidenten gewählt worden. Der ehemalige Falschirmjäger bejubelt die Zeit der brasilianischen faschistischen Militärdiktatur. Tausende Linke und Demokraten wurden damals verfolgt. Für die Zeit nach seiner Wahl kündigte er vor wenigen Wochen bereits „eine in Brasilien niemals gesehene Säuberung“ an.

Sein rechtes Weltbild zeigt sich nicht nur in seiner Haltung gegenüber Linken sondern auch gegenüber Frauen, Afrobrasilianern und Homosexuellen:

  • Im Parlament beschimpfte er eine Abgeordnete, sie es es „nicht wert vergewaltigt zu werden“.
  • Nach dem Besuch einer afrobrasilianischen Siedlung äußerte er 2017: „Sie tun nichts. Ich glaube, sie taugen noch nicht einmal zur Fortpflanzung.“
  • Über seinen Sohn sagte er, er solle lieber bei einem Unfall sterben als mit einem Mann zusammen zu sein.

Wunschkandidat des Kapitals

Bolsonaro ist auf allen Ebenen der bevorzugte Favorit der großen brasilianischen Agrarunternehmen sowie ausländischer Investoren. So feierte die Deutsche Bank ihn bereits als „Wunschkandidat der Märkte“.

Auch Donald Trump gratulierte Bolsonaro und kündigte an, die USA würden im Bereich des Handels, Militärs und „allem Weiteren“ eng zusammenarbeiten.