Weitere Branchen schließen sich den Streiks gegen die schlechten Lebensbedingungen an

Seit nun mehr drei Wochen hakten die Proteste und Streiks der LKW-Fahrer im Iran an. Trotz Massenfestnahmen, Polizeigewalt und Todesdrohungen gehen die Proteste weiter. Insbesondere durch neue Sanktionen hat sich die Lage der ArbeiterInnen im Iran deutlich verschlechtert. Durch die immer schneller steigende Inflation ziehen die Preise für Nahrungsmittel und Mieten immer stärker an. Die LKW-Fahrer kündigten an, ihren Streik weiter zu führen, bis ihre Forderungen erfüllt sind.

Iran: Erneut massiver Streik von LKW-Fahrern – Generalstaatsanwalt droht mit dem Tod

Am vergangenen Montag schlossen sich viele Ladenbesitzer einem – vor allem über soziale Medien verbreiteten – Aufruf zu einem landesweiten Streik an. In mindestens 50 Städten in 21 Provinzen des Irans soll es zu großflächigen Abeitsniederlegungen gekommen sein. Auch viele Ladenbesitzer öffneten ihre Läden nicht. Dies betraf auch die großen Basare, etwa in der Hauptstadt Teheran oder anderen Großstädten.

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Besonders betroffen von dem Streik waren die Provinzen Ost-Aserbaidschan und die kurdischen Gebiete. Auch am Dienstag wurde der Streik in vielen Städten weiter fortgesetzt.

Selbst der Koordinationsrat der iranischen Kulturorganisationen hat am 10. Oktober einen Aufruf für landesweite Streiks der LehrerInnen veröffentlicht. Ab kommender Woche ruft die Organisation alle LehrerInnen im Iran dazu auf. Sie prangert insbesondere den geringen Lohn der Lehrkräfte an, der bei den steigenden Preisen nicht reicht, um die Kosten für Lebensmittel und steigenden Mieten aufzubringen. Ebenso greift sie die miserable Lage der Schulgebäude und ihrer Ausstattungen an.