Tausende Menschen aus Honduras auf der Flucht vor Armut und Gewalt

Mehrere tausend Menschen haben sich in der vergangenen Woche auf den Weg gemacht, um zu Fuß von Honduras bis in die USA zu laufen, um dort ein besseres Leben zu suchen. Um von Honduras in die USA zu gelangen, müssen sie zunächst durch Guatemala und Mexiko gehen.

Honduras ist eines der ärmsten Länder Zentralamerikas. Schätzungen gehen davon aus, dass 70-80% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben. Eine offizielle Arbeitslosenstatistik gibt es nicht. Jugendbanden und Drogen überschwemmen das Land und die Armenviertel. Korruption und Vetternwirtschaft bestimmen die Geschicke des Landes ganz offen.

Allein am Wochenende sollen 5-6.000 Flüchtlinge aus Honduras die Grenze nach Guatemala und schließlich nach Süd-Mexiko überquert haben. Auch aus El Salvador und Guatemala selbst sollen sich viele Menschen dem gigantischen Zug an Menschen angeschlossen haben. Zunächst versuchten die Grenzschützer in Mexiko das Überqueren zu verhindern, mussten jedoch einsehen, dass sie dem Ansturm der vielen Menschen nicht standhalten konnten (Link).

Bereits seit 8-10 Tagen sind viele der Geflüchteten zu Fuß Unterwegs. Von der südmexikanischen Grenze bis zur Grenze der USA sind es nochmals rund 2.000 km. US-Präsident Trump drohte bereits damit, dass er die Grenze zwischen den USA und Mexiko ganz schließen werde, sollte es diese Flüchtlingsgruppe soweit schaffen (Link).

Neu ist die Flucht aus diesen Ländern im übrigen nicht. Neu ist nur, dass sie sich in großen Gruppen und gemeinsam bewegen. Auch sind die Flüchtlingszahlen in diesen Ländern nicht wesentlich gestiegen, diejenigen der Abschiebung aus Mexiko und den USA hingegen schon. So sollen allein zwischen den Jahren 2015 und 2018 mehr als 436.000 Menschen aus Mexiko abgeschoben worden sein. Im selben Zeitraum waren es in den USA knapp 200.000 Menschen.