Die Partei die Linke wollte mit einer szenischen Lesung der vor rund 100 Jahren gegründeten Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) gedenken. Doch ihr Antrag, dies im Paul-Löbe-Haus durchzuführen, wurde von AfD und CDU/CSU abgelehnt – ein beispielloser Vorgang.

Für Dezember hatte die Linksfraktion im Bundestag eine Veranstaltung im Paul-Löbe-Haus zum Thema „100 Jahre KPD-Gründung“ geplant. Nun gehört das Paul-Löbe-Haus zum Deutschen Bundestag und alle Parteien, die in ihm vertreten sind, müssen einem solchen Antrag zustimmen. An sich ist dies eine Routinesache, die noch nie abgelehnt wurde.

Doch zum ersten Mal stellen sich nun zwei Parteien Seite an Seite gegen die Erinnerung an einschneidende Ereignisse in der Geschichte Deutschlands.

Union und AfD Hand in Hand

Die Bundestagsverwaltung erhob wie üblich keine Einwände gegen die Veranstaltung der Linken. Anders die CDU/CSU und die faschistische AfD, die sich gemeinsam gegen die Veranstaltung stellen.

Die AfD-Fraktion gab als Grund für ihre Ablehnung an, sie wolle: „…keinen Festakt zur 100-jährigen Gründung einer totalitären und antidemokratischen Partei unterstützen.“ Dies, obwohl der AfD-Vorsitzende Alxander Gauland immer wieder betont, dass Deutschland stolz auf „über 1000 Jahre erfolgreiche Geschichte“ zurückblicken kann oder die totalitäre und faschistische Hitlerdiktatur in Deutschland als „Vogelschiss“ herunterspielte.

Die AfD scheint sich gemeinsam mit der CDU/CSU dem Gedenken an die Partei in den Weg zu stellen, die bis zum Schluss gegen den Faschismus und die Hitlerdiktatur gekämpft hat.

Zudem scheint es der CDU/CSU sowie der AfD nicht bedeutend, das die beiden Gründer der KPD – Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht – gewaltsam von der Reichswehr ermordet wurden.

Unheimliche Allianz

Jan Korte, Parlamentarischer Geschäftsführer der Linken, sieht bei der Zusammenarbeit zwischen der Union und der AfD „eine unheimliche Allianz aus einer geschichtsvergessenen Union und einer antikommunistisch agierenden AfD“. Die KPD hätte immerhin „die Demokratie 1920 gegen den rechten Kapp-Putsch verteidigt, während die Vorläufer der AfD und in Teilen auch der CDU die Republik zerstören wollten“. Die KPD spiele in der Geschichte Deutschlands eine bedeutende Rolle und eine „kritische Würdigung sollte selbstverständlich sein“, betonte Korte.

Die Linke möchte die Veranstaltung dennoch durchführen und verlegte sie kurzerhand ins Berliner Kino Babylon, wo sie am 11. Dezember stattfindet.