Der Spendenskandal innerhalb der „Alternative für Deutschland“ weitet sich aus. In den letzten Tagen sind Auslandsspenden von insgesamt rund 320.000 € bekannt geworden. Mittlerweile sind diese zurückgezahlt. Im Fall der AfD-Spitzenfrau Weidel bezahlte diese jedoch zuvor über Monate Anwaltsrechnungen und Facebook-Likes.

„Im Gegensatz zu anderen Parteien haben wir keine Großsspender.“ – das erklärte Alice Weidel am 21. September 2017, kurz vor der Bundestagswahl. Dabei sah die Realität anders aus, wie immer neue Fälle von Großspenden aus dem Ausland zeigen.

Am 13. Februar 2018 erhielt der AfD-Kreisverband Bodensee – der Wahlkreis von Weidel – eine Spende in Höhe von 150.000 €. Absender war die „Stichting Identiteit Europa“. Sie liegt entgegen der ersten AfD-Angaben in den Niederlanden – dessen offizielle Adresse führt nach Leidschendam, wo sich noch nicht mal ein Briefkasten finden lässt. Der Vorsitzende, Floris Berkhout, wollte sich nicht zur Herkunft des Geldes äußern. „Man muss aber nicht intelligent sein, um darauf zu kommen, dass die Gelder nicht direkt von mir kamen“, sagte Berkhout gegenüber REPORT MAINZ. Am 9. Mai 2018 sei das Geld von der AfD zurückgezahlt worden.

Bereits im Frühjahr 2016 hatte der AfD-Landesverband Nordrhein-Westfalen von derselben Stiftung 49.000 € erhalten. Die Summe sei binnen weniger Tage zurückgezahlt worden.

Facebook-Likes mit illegalen Auslandsspenden bezahlt?

Die beiden Fälle wurden im Zuge der Berichterstattung um eine Großsspende aus der Schweiz bekannt. So nahm der AfD-Kreisverband Bodensee zwischen Juli und September 2017 mehrere Spenden einer Pharmafirma aus der Schweiz über insgesamt mehr als 130.000 Euro an – aufgeteilt in 18 Einzelüberweisungen.

AfD: Wieder illegale Wahlkampffinanzierung aus der Schweiz

Das Drogerieunternehmen PWS erklärte dazu, es habe die Spende als „Freundschaftsdienst“ für einen Partner getätigt, der anonym bleiben wolle. Bekannt sei nur, dass es sich um einen sehr vermögenden Mann handle, der auf dem Zürichberg wohne und in der Stadt mehrere Liegenschaften besitze.

Mit den Geldern hat AfD-Spitzenfrau Alice Weidel laut AfD-Kreisen unter anderem einen Medienanwalt bezahlt. Auch habe sie einen Social-Media-Experten eingestellt, der für drei- bis zehntausend Euro im Monat Facebook-Likes kaufte und Inhalte erstellte. Von Juni bis zum September – als die Spende zurückgezahlt wurde – erhöhte sich die Rechweite bei Facebook um fast 70%.