Anfang nächsten Jahres wird es wieder in den Taschen von Großaktionären deutscher Konzerne klingeln. 38.000.000.000€ an Dividenden sollen Anfang 2019 an die Anteilseigner der 30 DAX-Konzerne ausgeschüttet werden.

So viel gab’s noch nie: Laut einer Prognose des Handelsblatts werden die 30 stärksten Konzerne Deutschlands – die an der DAX-Börse gehandelt werden – so viel Geld an ihre Aktionäre überweisen wie noch nie zuvor. Waren es in diesem Frühjahr noch 37 Milliarden, sollen es nach den Hauptversammlungen Anfang 2019 schon rund 38 Milliarden Euro an Dividenden sein.

Die Dividende auf Aktien – das Allerwichtigste

Aktien sind Anteile eines Unternehmens, wie ein kleines Stück aus einem großen Kuchen. Für jede Aktie wird zu Anfang eines Jahres ein bestimmter Anteil von den Profiten des Unternehmens an den Aktienbesitzer überwiesen – die „Dividende“. Bei der Bank „Münchener Re“ liegt diese Dividende voraussichtlich bei 9€ pro Aktie, beim Autobauer BMW bei 4€ pro Aktie.

Für die DAX-Konzerne hat die Ausschüttung der Dividenden die allerhöchste Priorität: „Wir streben an, die Dividende jährlich zu steigern, sie zumindest aber auf dem Niveau des jeweiligen Vorjahres zu halten“, so beispielsweise der Chemiekonzern BASF.

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Die Autobauer und Continental schütten im kommenden Jahr 10 Milliarden € aus

Dies zeigt sich auch darin, dass die DAX-Unternehmen zusammen dieses Jahr zwar rund 5 Milliarden Euro weniger Gewinn als im Vorjahr gemacht haben – „nur“ 90 Milliarden € – sie aber dennoch die Profite der Aktionäre nicht schmälern wollen.

So wird prognostiziert, dass keiner der 30 Konzerne die Dividende senken wird, sondern 15 sogar mehr als im Vorjahr ausschütten, darunter Adidas, Allianz, RWE, Infineon und Deutsche Telekom. Insgesamt soll das Verhältnis von Gewinn und Ausschüttung – die „Ausschüttungsquote“ – von 39% auf 40% steigen.

Gefährliche Dividenden

Die hohen Ausschüttungen bedeuten auch, dass die Konzerne weniger Polster für interne Probleme übrig haben:

  • BMW, Daimler, VW und der Zulieferer Continental schütten zusammen knapp zehn Milliarden Euro aus, obwohl sie mitten in der Diesel-Affäre stecken.
  • Bayer schüttet 2,6 Milliarden € aus, obwohl sie mit Klagen wegen des Saatgutherstellers Monsanto überzogen werden, der von Bayer übernommen wurde.
  • Auch die Deutsche Telekom könnte angesichts des notwendigen Internetausbaus in Deutschland die ausgeschütteten Dividenden gut gebrauchen.

Darüber hinaus schmelzen damit auch Überschüsse für Lohnerhöhungen derjenigen weg, die diesen Reichtum erwirtschaftet haben: den ArbeiterInnen in den Unternehmen – ganz zu schweigen von der Abfederung von Entlassungen bei einer kommenden Wirtschaftskrise.