Über einen Monat lang brannte ein Moorgelände bei Meppen. Auslöser war ein Raketentest durch einen Bundeswehr-Hubschrauber des Hersteller Airbus. Nahm der Staat hier Kosten und Risiko für neue Industrieentwicklungen auf sich?

Der Moorbrand auf einem Bundeswehrgelände bei Meppen begann am 3. September und dauerte nach Bundeswehrangaben bis zum 10. Oktober. Bis zu 2.000 Einsatzkräfte kämpften gegen das Feuer, fast mussten die Nachbarorte evakuiert werden. Mindestens 300.000 Tonnen CO2 wurden ausgestoßen.

Ausgelöst wurde der Brand durch den Raketenabschuss eines Bundeswehr-Hubschraubers vom Typ „Tiger“ des Unternehmens Airbus. Die Grünen stellten daraufhin eine kleine Anfrage zu den Hintergründen des Abschusses. Laut Antwort der Bundesregierung habe es sich um Tests gehandelt, die „Nachweise zur Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit“ erbringen sollten. Dabei wurde auch eine technische Veränderung an dem Hubschrauber oder an der Bewaffnung vorgenommen. Der Hersteller habe deshalb die Technik in der Praxis überprüfen müssen. Somit könnte es sich also um Industrietests handeln, welche die Bundeswehr für Airbus durchgeführt hat.

Dazu Katja Keul, Bundestagsabgeordnete der Grünen: „Man stellt fest, dass die Industrie doch in einer sehr komfortablen Lage ist: Sämtliche Kosten und Risiken werden vom Staat übernommen, und die Hersteller, hier Airbus, testen auf Kosten der Bundesregierung ihr eigenes Gerät.“