„Hinter dem Faschismus steht das Kapital“ – dieser alte Slogan der Kommunisten scheint sich heute wieder zu bewahrheiten. Bisher waren die Geldgeber in der AfD-Spendenaffäre weitgehend unbekannt, doch nun führt die Spur zu einem Milliardär: August von Finck. Dieser gehört zu den 20 reichsten Menschen Deutschlands.

Wie der SPIEGEL und die Schweizer Wochenzeitung WOZ berichten, hat der Multi-Milliardär auf verschiedenen Wegen der „Alternative für Deutschand“ (AfD) geholfen ihre Positionen zu verbreiten:

  • Der Geschäftsführer der Finckschen Vermögensverwaltung soll sich im März 2017 mit einem rechten Verleger getroffen haben. Dabei ging es um das Konzept der AfD-nahen Zeitung „Deutschland Kurier“. Die Zeitung wurde von der AfD mehrfach zu Wahlkampfzwecken eingesetzt. In ihr schreiben verschiedene AfD-Politiker.
  • 2013 wurden mehrere AfD-Veranstaltungen von einer Münchener PR-Agentur bezahlt, die enge Beziehungen zu Finck unterhält. Der Betrag wird vom damaligen Bundesschatzmeister der AfD, Norbert Stenzel, auf „100.000 bis 120.000 Euro“ geschätzt.
  • Bereits in der Vergangenheit hat er das rechte Projekt „Bürgerkonvent“ um die heutige AfD-Politikerin Beatrix von Storch mit einer Millionensumme unterstützt.
  • Laut internen Unterlagen war Finck auch über seine Handelsfirma Degussa an einem gewinnbringenden Goldhandel beteiligt, mit dem die AfD in den ersten Jahren ihre finanzielle Basis gestärkt haben soll. Laut einer Lieferliste der AfD war die Degussa einer der Hauptlieferanten des Goldes.

Wer ist August von Finck?

Wohnsitz des Investors. Foto: Von Roland Zumbühl – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Der 87-Jährige Unternehmer und Bänker kommt aus München, lebt aber heute in der Schweiz. Er ist unter anderem Hauptaktionär der Restaurant- und Hotelgruppe „Mövenpick“.

Von Finck verfügt nach Schätzung von Forbes über ein Vermögen von 9,2 Milliarden US-Dollar. Damit liegt er auf Platz 16 der reichsten Menschen Deutschlands – und auf Platz 167 der reichsten Menschen der Welt.

Bereits in der Vergangenheit hat er mit Spenden an Parteien Aufsehen erregt. So war er sowohl Unterstützer des CSU-Rechtsaußen Franz Josef Strauß und der FDP. Dieser hatte er 2010 rund 1,1 Millionen Euro gespendet. Kurz darauf wurde die Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen von 19 auf 7 Prozent reduziert.