Der Anschlag auf die ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Nürnberg und München geht vermutlich auf das Konto von Rechtsterroristen.

Vor einem Monat spannten die unbekannten Täter ein dünnes Drahtseil über die Schienen. Als einer der Hochgeschwindigkeitszüge die Stelle mit 200 km/h passierte, wurde die Frontscheibe des Zugs durch den Aufprall beschädigt. Verletzt wurde dabei niemand.

Drei Wochen nach dem Anschlag wurden am 26. Oktober laut Polizei in der Nähe des Tatorts „Flugblätter mit arabischen Schriftzeichen“ gefunden. Zwei Tage später wurden erneut ähnliche Handzettel gefunden (Link).

Laut dem bayerischen Landeskriminalamt handelt es sich bei den Texten um bekannte Drohungen aus islamistischen Internetforen. Inhaltlich soll es darum gehen, dass mit weiteren Anschlägen auf Züge gedroht wird, solange Deutschland und die EU weiter die Terrororganisation „Islamischer Staat“ angreifen würden.

Die an dem Fall beteiligten 50 Ermittler des LKAs halten einen islamistischen Hintergrund der Tat mittlerweile für sehr unwahrscheinlich. Sie gehen viel mehr davon aus, dass die Täter aus der faschistischen Bewegung stammen und den Anschlag nutzen wollten, um vor der Wahl in Bayern Hass gegen Flüchtlinge und MigrantInnen zu schüren.

„Wir halten es für möglich, dass es sich um einen radikalisierten Einzeltäter aus dem extrem rechten Milieu handelte, der kurz vor der Landtagswahl in Bayern Stimmung gegen Flüchtlinge provozieren wollte“, sagte ein Ermittler dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Konkrete Anhaltspunkte, warum es sich um einen isolierten Einzeltäter handeln solle, gaben die Ermittler jedoch nicht bekannt. Sie stufen den Anschlag zudem nur noch als „schweren Eingriff in den Bahnverkehr“ ein. Parallel zu den Ermittlungen wurden in den vergangenen Wochen außerdem die Sicherheitsmaßnahmen an Hochgeschwindigkeitsstrecken und auf Bahnhöfen in ganz Deutschland verstärkt.