Ein Student aus Göttingen war angeklagt worden, im Rahmen der Proteste gegen G20-Gipfel einen Polizisten verprügelt zu haben. Nun hat auch die Staatsanwaltschaft Hamburg seinen Auslandsaufenthalt zur Gipfelzeit anerkannt.

Bereits im Juni wurde die Wohngemeinschaft eines 29-jährigen Studenten in Göttingen von der Sonderkommission „Schwarzer Block“ durchsucht, die Vorwürfe wogen schwer: Der junge Mann soll einen Zivilpolizisten verprügelt haben, erst ein Warnschuss habe ihn gestoppt. Polizeibeamte sollen den Täter auf Fotos identifiziert haben, er kam als Tatverdächtiger in Frage, da er „in Göttingen politisch aktiv und den Beamten daher bekannt ist“, so sein Anwalt. Die Beamten nahmen am Tag der Hausdurchsuchung mögliches Beweismaterial in rauer Menge mit.

Schlagzeilen machte beispielsweise die beschlagnahmte CD der „Känguru-Chroniken“. Für den Beschuldigten war aber vermutlich ärgerlicher und folgenreicher, dass auch sein PC mit der Masterarbeit, die er zu der Zeit schrieb, mitgenommen wurde.

Verfahren eingestellt

Direkt nach der mehrstündigen Razzia teilte der Anwalt des Beschuldigten mit: „Der Vorwurf ist absurd und wir sind gespannt, wer für diese Falschbezichtigung verantwortlich zeichnet“. Er belegte, dass der beschuldigte Mann zur Tatzeit in Japan war. Nur wenige Monate später schien die Staatsanwaltschaft Hamburg das nachzuvollziehen und teilte jüngst mit, dass das Verfahren eingestellt sei.

Nun soll der durch die Hausdurchsuchung entstandene Schaden von der Staatskasse zurückerstattet werden, der Staatsanwaltschaft stellte eine derartige Zahlung bereits in Aussicht.